#11 Kann ein Gebäude seine Seele behalten?
Shownotes
Kann ein jahrhundertealter Getreidespeicher zum Hotel werden, ohne seine Seele zu verlieren?
Im Waldviertel besucht Christl Clear das Korngut südlich des Ottensteiner Stausees – ein Ort zwischen Geschichte, Landschaft und mutiger Transformation – und spricht mit Verena und Matthias Lemp über familiären Zusammenhalt, Verantwortung und nachhaltiges Bauen im Bestand.
Architektin Silvia Forlati ergänzt die Perspektive und erklärt, warum der Umgang mit bestehender Bausubstanz heute eine der spannendsten Herausforderungen der Architektur ist.
In dieser Folge erfahrt ihr:
- Wie aus einem über 300 Jahre alten Getreidespeicher ein moderner Rückzugsort wurde.
- Verena und Matthias Lemp über Kindheitserinnerungen, den überraschenden Start des Projekts und warum Vertrauen innerhalb der Familie der Schlüssel war.
- Wie das Korngut mit Holz, Photovoltaik und Wärmepumpe als nahezu energieautarkes System funktioniert – und warum regionale Wertschöpfung im Mittelpunkt steht.
- Silvia Forlati über neue architektonische Paradigmen, den Wert von Patina und warum „Bestandsrebellen“ die Zukunft des Bauens mitgestalten.
- Warum Nähe zur Region, kurze Wege und persönliche Bindung entscheidend für die Entwicklung eines Ortes sind.
Selected Secrets – Tipps aus der Region:
Interviewpartner:innen:
Verena Lemp (Geschäftsführerin)
Matthias Lemp (Eigentümer)
Silvia Forlati (Architektin)
Credits
- Produktionsleitung: Jeanne Drach
- Konzeption: Jeanne Drach, Anna Muhr, Christiana Naue-Hess, Daniela Mayr, Andrea Leppich
- Redaktion und Text: Anna Muhr, Christl Clear
- Gesprochen von: Christl Clear
- Signation / Musik: Marten Kaffke
- Postproduktion: Catharina Ballan, Anna Muhr
Dieser Podcast wurde produziert von OH WOW.
Transkript anzeigen
00:00:00: Und dann haben wir doch gedacht, okay ich muss selbst noch mal herfahren zu dem Körnerkasten und bin dann wirklich tagelang gekreist um dieses Gebäude.
00:00:08: Da haben
00:00:08: wir gedacht na
00:00:09: das Gefühl ist einfach ein Wahnsinn!
00:00:14: Das war schon der Ursprung dass wir immer so naturschonend wie möglich das ganze zu Betreiben versuchen und zu bauen.
00:00:20: heute ja umso schoner da wir für die Umwelt sind umso weniger Spuren hinterlassen wir in der Welt.
00:00:25: Was ich faszinierend finde an dieser Korngut ist, dass Menschen sich dafür entschieden und das Risiko genommen haben etwas damit zu tun.
00:00:34: Und etwas neu dort zu machen.
00:00:37: Das gehört anerkannt dieser
00:00:40: Mut.
00:00:42: Manchmal hat Mut seine Wurzeln in der Kindheit – in ganz gewöhnlichen Momenten die einem erst später zeigen was alles mögliches!
00:00:50: Ein Ort ein Fahrrad ein Geschwisterpaar Erinnerungen an ein Gebäude mit einem eingefallenen Dach.
00:00:55: Jahre später wird auch genau dieser Ort wieder wichtig, aber auf eine völlig neue Art.
00:01:01: An diesem Ort nehme ich euch heute mit!
00:01:03: Vielleicht setzt sie euch einfach kurz geistig aufs Radl?
00:01:06: Ich gebe euch ein Bild zum Losstarten... Ein Kornfeld, einen Golfplatz und ein über dreihundert Jahre altes Gebäude das früher ein Getreidespörcher war.
00:01:15: Die Vögel zwitschern.
00:01:17: Irgendwo fährt ein Traktor Der Blick schweift über Ecker und Wiesen weil ja nix verbaut.
00:01:24: Einfach weite Sicht in die Natur und auf den Wald.
00:01:28: Wir sind heute im schönen Waldviertel!
00:01:36: Urlaubs Geschichten zum Bleiben, ein Podcast von Niederösterreich Tourismus.
00:01:50: In diesem Podcast schaue ich mir Nieder Österreich mit offenen Augen und Neugern – und mit einem feinen Gespür für all die Dinge, die diese Region ausmachen Malerische Landschaften spezielle Geschichten Und Menschen, die ihre Kultur mit Herz weiter tragen.
00:02:04: Ich zeige euch ausgewählte Orte, Selected Stays von Niederösterreich als Unterkünfte mit Charakter und Gastgeberinnen die wirklich etwas zu sagen haben.
00:02:13: Ich bin Crystal Clear, schön dass ihr mit dabei seid!
00:02:19: Heute das Korngut mitten in der Idylle von Niederkrönbach.
00:02:24: Als Nachbarn hat das Hotel einen Golfplatz und ein Haubenrestaurant also quasi das perfekte Dreiergespann für kleine oder große Auszeit.
00:02:31: Hier trifft altes Bauwerk auf modernen Komfort Und was soll ich sagen?
00:02:36: Es passt einfach.
00:02:38: Ich gehe durchs Eingangstor, naja eigentlich ist es ein Portal!
00:02:42: Es sind wahnsinnig dicke Steinmauern und man betritt ein richtig altes Gebäude um genau zu sein einen historischen Getreidespeicher.
00:02:52: drinnen riecht's urig nicht alt sondern
00:02:55: vertraut.
00:02:56: Beim Reinkommen gibt schon den ersten Wow-Effekt Ein mehrgeschossiges Kunstwerk.
00:03:00: Die
00:03:00: Wandgestaltung ist auch sehr interessant.
00:03:02: das hat eine Waldviertler Graffiti Künstlerin gemacht Künstler namens Siyuz und die ist mit ihren Spredosen eingereist.
00:03:13: Mit der Gasmaske.
00:03:14: dazu hat er mal begonnen, es war ein Wahnsinn!
00:03:17: Es war wirklich beeindruckend wie das Kunstwerk entstanden
00:03:20: ist.".
00:03:20: Das ist Verena Lemp – die Geschäfts-Servin vom Hotel Korngut.
00:03:23: Sie erzählt mir gleich warum ihr dieser Ort mit seiner Umgebung so wahnsinnig am Herzen legt?
00:03:28: Ja genau, ich bin stolz.
00:03:30: Ich war schächte Waldviertlerin und bin hier aufgewachsen nur ein Kilometer Luftlinie vom Korngut entfernt.
00:03:36: Das heißt es ist wirklich für mich Heimat pur.
00:03:39: Ich habe eine sehr friedliche, glückliche Kindheit genossen und bin bodenständig und ganz natürlich erzogen
00:03:48: worden.".
00:03:49: Das spiegelt sich auch in der ganzen Atmosphäre im Ambiente von Korngot wieder – und das ist auch das was die Gäste hier schätzen und lieben!
00:03:56: Was nicht alle, die hierher kommen wissen, Merena Lemp ist ganz frisch in der Hotelbranche unterwegs.
00:04:02: Erste zwanzig vierundzwanzig führt sie das Korngut mit einem unverbrauchten Blick auf das was einen Wohlfühlaufenthalt heute ausmacht.
00:04:10: und dass in einem alten Getreidespeicher, der selbst schon viel erlebt hat.
00:04:14: Ja, der ist sechzehn dreiundneunzig erbaut worden eben jetzt dreihundertzwanziger Jahre altzirka.
00:04:20: Und diese Steine, was da verbaut sind in den Wänden stammen sogar aus dem Zöpfen Jahrhundert Aus dem Nachbarort sind die herausgetragen worden und wirklich für diesen Bau verwendet wurden.
00:04:30: Und dann ist dieser Getreidespeicher lange von der Lagerhausgenossenschaft gefühlt genutzt worden, also bis ca.
00:04:38: neunzehn, zwanzig oder dreieundachtzig ist er wirklich in Betrieb gewesen und seit diesem Zeitpunkt ist der Getreiderspeicher in Wahrheit leer
00:04:46: gestanden.".
00:04:47: Wie genau es zur Wiederbelebung von diesem uralten Kornspeicher kam, das erzählt Verena mit einem Lächeln – denn die Geschichte beginnt ganz unerwartet!
00:04:55: Ihr Leben vom Sprung in die Hotellerie hat nämlich völlig anders ausgeschaut.
00:04:59: Solider Bürojob, fixer Tagesablauf total gesettelt und dann kommt dieser eine Sonntag Nachmittag.
00:05:06: Cafézeit mit ihrem Bruder.
00:05:08: Soweit eigentlich noch alles gewöhnlich oder?
00:05:11: Aber dann eröffnet Matthias Lemp seiner Schwester das er diesen alten Kornspeicher gekauft hat Und erstellt die Frage die alles ins Rollen bringt Wollen wir das gemeinsam angehen
00:05:21: Verena, machen wir doch ein Hotelprojekt heraus.
00:05:23: Nutzen wir das Touristisch diesen alten Getreidespeicher überlegen wir uns was fürs Waldviertel.
00:05:29: und dann haben wir gedacht okay ich muss selbst noch mal herfahren zu dem Körnerkasten und bin dann wirklich tagelang gekreist um dieses Gebäude.
00:05:37: und da habe ich mir gedacht na das Gefühl ist einfach ein Wahnsinn!
00:05:42: Und wenn ich jetzt einmal vorstelle ich darf hier arbeiten wo ich wirklich so oft in der Kindheit vorbei gefahren bin meine Eltern nur zwei Kilometer entfernt und mein jetziger Wohnort auch nur drei Kilometer entführen.
00:05:56: In Wahrheit habe ich ein Checkboot gemacht.
00:05:58: Haben Sie gerade Gänsehaut bekommen, müssen wir das noch einmal erzählt haben?
00:06:01: Das sagt aber ja einiges aus!
00:06:02: Ich bin sehr
00:06:03: nahe am Wasser gebaut.
00:06:04: alle die mich kennen und mir steigt schon wieder das Wasser in den Augen.
00:06:09: Aber das sagt halt wirklich aus dass sie mit der Herzblut dahinter stehen und man merkt es auch wenn man reinkommt.
00:06:16: Ob Ihre Entscheidung ein guter Mover?
00:06:18: Verena Lemp beantwortet die Frage ohne Zögern mit einem klaren Ja.
00:06:22: Der nötige Halt kommt von Anfang an von der Familie.
00:06:25: Bruder Matthias hat einen Unternehmer-Background und damit das Nötige nur hau, wenn Fragen aufkommen.
00:06:31: Auch von ihrem Mann und den Kids – von den Eltern und Schwiegereltern – kommt Unterstützung!
00:06:35: habe ich binnen kürzester Zeit irgendjemandem da, der mir hilft.
00:06:42: Sei es jetzt wenn die Riesenlieferung an Gartenmöbeln einkommt, die müssen wir schnell auspacken – was auch immer!
00:06:48: Es ist einfach wichtig für einen Betrieb und auch für eine Erleiterungsfunktion so wie es bei mir jetzt ist dass man einfach den nötigen Rückhalt hat.
00:06:58: Und das ist im Freundeskreis wichtig in der Familie wichtig und auch bei den Mitarbeitern untereinander.
00:07:04: Und wo wir schon von Familie sprechen, wie ist das eigentlich so eng mit dem eigenen Bruder zusammenzuarbeiten?
00:07:10: Wie stimmen sich die Geschwister ab, wenn es ums Geschäftliche geht.
00:07:13: Entspannt!
00:07:14: Schwester und Bruder telefonieren beruflich ungefähr viermal im Jahr, um sich die Zahlen anzuschauen – und das war's auch schon.
00:07:21: Alles andere ist komplett in meiner Hand.
00:07:24: Es ist wirklich keine tägliche Abstimmung oder sonstige.
00:07:27: Sie hat wirklich vollstes Vertrauen.
00:07:29: Das schätzt sich ja sehr.
00:07:31: Somit sind die ganzen Entscheidungsprozesse sehr kurz und kann relativ schnell vorangetrieben werden.
00:07:39: Und weil wir schon die ganze Zeit von ihm reden, stelle ich euch jetzt endlich den Bruder von Verena vor – den Energietechniker Matthias Lemp!
00:07:46: Er ist der Eigentümer vom Korngut und Inhaber der Firma Lemp-Energie.
00:07:50: Nachhaltigkeit liegt ihm am Herzen uns auf allen Ebenen um.
00:07:54: das bedeutet...
00:07:55: Dass wir immer so naturschonend wie möglich das ganze zu Betreiben versuchen und zu bauen heute.
00:08:01: Umso schoner, dass wir für die Umwelt sind umso wenige Spuren hinterlassen wir in der
00:08:04: Welt.".
00:08:05: Deswegen haben sich beide ganz bewusst dafür entschieden, daß sie mit ihrem Betrieb im regionalen Kreislauf bleiben – und zwar schon beim Umbau.
00:08:12: Unser oberstes Ziel war wirklich, regionale Unternehmen zu stärken, zu stützen und haben es geschafft im Umkreis von ca.
00:08:18: jetzt vierzig Kilometer alle Firmen zu bekommen.
00:08:21: Wenn man über Nachhaltigkeit spricht, geht es ja nicht nur um ökologische Fragen sondern auch darum was ein Ort mit dem Menschen dort macht.
00:08:28: Wie wichtig die soziale Komponent der Person im Projekt ist, das erzählt mir auch Sylvia Volatti.
00:08:33: Sie ist Architektin Mitgründerin von Share Architects in Wien und eine, die schon ordentlich herumgekommen ist.
00:08:38: Niederlande London Frankreich Singapur Die Liste ist lang.
00:08:42: In ihrer Forschung und Lehre beschäftigt sie sich auch
00:08:44: mit sozialer Nachhaltigkeits.
00:08:46: Welche Firmen arbeiten, wo geht es?
00:08:49: Die Wertschöpfung.
00:08:50: Geht das in der Region ja oder nein?
00:08:52: sind aber alle Fragen die immer präsenter werden in der Diskussion und auch in der Wahrnehmung und auch immer mehr ein Einfluss haben in den Entscheidungsprozessen Und das ist glaube ich eine von der neuen Trends, womit wir arbeiten müssen.
00:09:11: Es ist schwierig zu sagen, was nachhaltig ist oder nicht.
00:09:15: Ich denke aber prinzipiell die Idee mit diesem Gebäude etwas zu machen, die für die Region was bringt und auch lokale Ressourcenschaften schafft – das ist auf jeden Fall nachhaltiger.
00:09:29: Dazu kommt ja noch, dass Dilemmgeschwister halt hier aufgewachsen sind quasi ums Eck.
00:09:33: Wenn man eine Gegend von Kinderbeinern ankennt kennt man auch die Betrieber her und vor allem man kennt doch den Menschen dahinter und das wirkt sich auf dem ganzen Baufortschritt aus.
00:09:43: Und gab es bei der Entwicklung oder beim Bau einen Moment wo die Realität eingesetzt hat und die ganze Romantik verflogen ist?
00:09:53: Wo man quasi eine Realitätswatschen gekriegt hat?
00:09:55: Gibt's!
00:09:55: Definitiv, da gibt es mehrere Momente.
00:09:58: Ich war in der Bauentphase im letzten halben Jahr immer vor Ort und ich war ja wahrscheinlich eine vollelästige Person neben den Handwerkern aber ich habe in jedes Loch und in jede Verkabelung reingeschaut und alles hinterfragt weil einfach gewusst hab... ich muss das wissen.
00:10:14: wenn ich da Geschäftsführerin sein will und sein werde dann möchte ich wissen, was mit dem Gebäude ist und wo es einfach die Hintergründe an der Technik ist.
00:10:22: Wenn du dazugehörst, was sie im Gespräch miteinander kommuniziert haben, war das sehr schön, weil da kommunizierte Fliesenleger mit Maler – wie brauchst du das?
00:10:35: Das ist heute nicht mehr selbstverständlich!
00:10:38: Und das ist wirklich etwas, was wir uns bewahren müssen, dieses nette und gemeinschaftliche
00:10:44: Miteinander.".
00:10:46: Die Fassade ist genauso wiederhergestellt worden, wie sie einmal war.
00:10:49: Für die Bevölkerung, die Leute in der Region hat sich also kein Fremdkörper entwickelt.
00:10:54: Okay Balkone sind dazugekommen – das schon!
00:10:57: Aber diese sind bewusst luftig und locker gehalten.
00:11:00: Im Inneren ist das Gebäude komplett kernsaniert worden, also wirklich von der Bodenplatte weg Stockwerk für Stockwerk neu.
00:11:07: Entscheidend beim Korngut war Potenziale zu erkennen und gleichzeitig die Seele des Gebäudes nicht so überspannen wie Verena Lemp es
00:11:15: ausdrückt.
00:11:17: die alte Maustruktur sichtbar gelassen, ganz bewusst.
00:11:21: Damit auch die Leute spüren, okay da ist wirklich uralt das Mauerwerk dahinter und das ganze dann herinnen mit modernen Elementen kombiniert aber sehr dezent kombinieren.
00:11:33: also das ist auch bewusst.
00:11:34: wenig Bilder an der Wand es ist jetzt ja ein sehr reduziertes Auftreten.
00:11:41: Es muss halt nicht immer voll aufs Ack sein.
00:11:43: weniger ist bekanntlich mehr genau daraus kommt dann der Mehrwert fürs große Ganze.
00:11:48: Unsere Vision war im Endeffekt, wir wollen etwas schaffen für die Region was langfristigen Bestand hat.
00:11:55: Also ein Ort mit einerseits Geschichte aber auch mit Zukunft.
00:12:00: Das war immer so unser klarer Fokus.
00:12:02: Wir wollen das Gebäude nicht wegreißen, wir wollen nichts Hochmodernes herstellen.
00:12:08: Wir wollten die Substanz nutzen wie sie war.
00:12:10: Sie ist dreihundertzwanzig Jahre alt.
00:12:12: Das ist eine beachtliche Zahl und natürlich gibt es oft Kompromisse, die man eingehen muss und mein Bruder hat gestalterisch sicher manchmal andere Vorstellungen weil man einfach zwei Individuen sind.
00:12:25: Aber im Endeffekt habe ich freie Hand und es ist meine Handschrift da herinnen.
00:12:31: Und das ist glaube ich auch wichtig, wenn man Betrieb verkörpert, dass man seine Unterschrift runter
00:12:36: hat.".
00:12:37: Aus architektonischer Sicht ist es für die Architektin Sylvia Falati auch immer eine Frage der Interpretation- und der Sinnqualität.
00:12:44: Der erste Schritt für den richtigen Weg sei aber immer etwas damit zu
00:12:48: machen!
00:12:49: Sehr viel in der Architektur ist aus einer, man nennt das Tabula rasa.
00:12:54: Ein lateinisches Begriff hat diese Wachstafel und Steinen, man hat sie dann wegradiert und man könnte alles neu schreiben.
00:13:02: Man nimmt alles weg und man schreibt alles neu.
00:13:05: Und so was hat man oft in der Archeitektur als Start.
00:13:09: Dann schaut man etwas rundherum, mit dem Bestand umzugehen ist natürlich eine ganz andere Herausforderung.
00:13:14: Es stellt viele Grenzen, man kann nicht alles haben... sich wünscht, man kann aber was anderes bekommen und das ist glaube ich vielleicht den richtigen Weg Sicht zu überlegen.
00:13:26: Was kann dieses anders sein?
00:13:29: Alte Mauern – neue Ideen?
00:13:31: Das Korngut verbindet beides auf eine besondere Art und Weise.
00:13:34: Aber bleibt die Seele eines Hauses wirklich erhalten wenn man es komplett neu belebt oder entsteht dabei vielleicht etwas ganz was anderes, etwas eigenes, etwas neues?
00:13:43: Ich denke, es ist genau diese Aufgabe die neue Seele zu finden oder eine neue Mischung auf Alters und Neues und dort eine Balance.
00:13:54: Und auch die Nutzbarkeit sicherzustellen.
00:13:59: Vielleicht muss nicht alles wie neu aussehen.
00:14:01: Vielleicht kann ich mit diesem Partner... Schichten, die in diesem Gebäuden oft vorhanden sind.
00:14:11: Arbeiten und sie auch sichtbar machen und
00:14:15: thematisieren.".
00:14:17: Ich weiß nicht wie es euch geht aber ich finde Partierna ist eines der schönsten Wörter überhaupt!
00:14:21: Vielleicht sollte sich die Anti-Aging Industry das auch mal zu Herzen nehmen weil sichtbare Alterung ja immer auch gelebte Erfahrungen mit sich bringt?
00:14:28: Just saying!
00:14:29: Genau deswegen war es Matthias und Verena Lemp so wichtig dass sie möglichst viel von der bestehenden Barsubstanz erhalten.
00:14:36: Wir haben keinen Denkmalschutz an dem Gebäude gehabt, aber für uns war das ganz wichtig auch für unsere Kunden.
00:14:43: Dass wir das Haus so weit wie möglich belassen wie es vom Ursprung gewesen ist und dass man diese Energie von den Steinen oder Struktur der alten Techniken herzeigen kann.
00:14:53: Darum auch einerseits in den Zimmern drin die alte Steinstruktur von den jeweiligen Wänden sowie an den Fassaden mit dieser Kalktechnik wiederzuverwerten weil wir da so wenig Chemie gebraucht haben was früher funktioniert.
00:15:06: Die Kalktechnik, die Matthias Lemp hier anspricht ist eine alte Handwerkstechnik zur Reparatur von historischen Fassaden.
00:15:12: Sie lässt die Mauern atmen und reduziert Schimmelgefahr.
00:15:15: Die Lempgeschwister zeigen beim Korngut wie alte Mauern bewährte Technik und mutige Ideen zusammengehen – mit Respekt vor der Substanz!
00:15:23: Die Architektin Silvia Volatti denkt diesen Gedanken noch größer und spricht über den Umgang mit Bestand als Ressource.
00:15:32: Phase der menschlichen Geschichte, glaube ich, wo wir neue Paradigmen brauchen.
00:15:38: Wo was wir bis jetzt gemacht haben zu einer Dead-End führt.
00:15:42: Das heißt, wir müssen neu evaluieren und gehen mit Ressourcen um.
00:15:47: Und eigentlich ressourcen die schon vorhanden sind.
00:15:52: das erste was wir nutzen müssen so Bestand nutz zu nutzen zu verwenden ist eine sehr relevante Frage, die in der Architektur in dieser Form relativ neu ist.
00:16:04: Heute ist die Bestandserhaltung eine Frage der Ressourcen und vielleicht auch.
00:16:09: was Interessantes wenn ich studiert haben war die Radikalität oder das Neue der Innovation war in dem Neubau meistens Und heute eigentlich haben wir einen sehr netten Ausdruck gefunden oder gelesen vor einigen.
00:16:26: Man kann sprechen von Bestandsrebellen, so eigentlich die Rebellion der Radikalität ist in der Bestandserhaltung mehr als im Neubaufast
00:16:38: und genauso rebellisch.
00:16:39: nachhaltig zeigt sich das auch im Waldviertel.
00:16:41: Das Korngut befindet sich nämlich dort und dadurch ist natürlich Holz der Rohstoff für die Energieversorgung Und die läuft über eine Hackschnitzelanlage, für die extra ein Hackgutbunk gerichtet wurde.
00:16:53: Aber den sieht man gar nicht!
00:16:55: Der liegt nämlich unterirdisch neben dem Gebäude und fügt sich total unauffällig ins Gelände ein.
00:17:00: Zusätzlich zur Hackschnitzleanlage haben wir dann nur Wärmepumpe-Anlage wo wir vom Gebäudern die Abwärme im Sommer rausnehmen und mit denen die gesamte Warmwasserbreitung abdecken.
00:17:09: Das heißt im Sommer verbrennen wir gar nichts sondern geben wie einfach die Hausenergie in die Warmwasserbereitung hinein und bleiben so komplett im Energiekreislauf, wo die Wärmepumpe dann auch zusätzlich mit einer Photovoltaikanlage angetrieben wird.
00:17:21: Das heißt wir sind dort wirklich am Plusenergiehaus in diesem alten Hausstrukturbereich unterwegs.
00:17:27: Das ist extrem smart!
00:17:29: Also es bleibt alles im Haus?
00:17:31: Genau das ist das Ziel was wir verkörpern wollen einerseits im Haus mit den Kunden aber auch in der Energie.
00:17:36: und wenn man dieses Kreislauf denken weitergeben, pflegen und das auch in Richtung unserer Kunden dann weitergeben.
00:17:43: Und dann ist unser Ziel, dass immer wieder der Kreislauf wächst und sie gegenseitig
00:17:48: befruchtet.".
00:17:49: So eine Hackschnitzelanlage rechnet sich – und zwar auch bei großen Gebäuden wie dem Korngut!
00:17:54: Vor allem im Kombination mit einer Wärmepumpe funktioniert das super!
00:17:57: Das Holz wird im Wald sowieso verroten und dabei die selbe Menge CO² freisetzen.
00:18:02: Man kann es also genauso gut sinnvoll nutzen um gleich in Wärme fürs Gebäude verwandeln.
00:18:06: Win-win würde ich mal sagen….
00:18:07: Und ganz ehrlich, kein Gewinn ohne Risiko.
00:18:10: Wer was reißen will muss sich auch mal etwas trauen – nur so kann was Neues entstehen!
00:18:14: Zuerst Rechnen überlegen und dann sehr wohl dran um den Mut haben und vor allem die Konsequenz haben etwas fertig zu machen und durchzuziehen?
00:18:23: Die größte Erkenntnis glaube ich war wirklich man muss nicht alles vorher wissen wenn man ein neues Projekt startet.
00:18:29: das war im Endeffekt der Punkt mit dem wir am meisten gehadert habe weil man gedacht okay Diese Punkte brauche ich alle, diese To-do-Liste habe ich vor mir.
00:18:40: Bei dem die Themenbereiche brauche.
00:18:42: einfach wem Anderen, muss ich nachfragen, muss mich erkundigen und mich schlau machen.
00:18:47: Und im Endeffekt Schritt für Schritt an die Sache herangehen – und im Endefall ist alles
00:18:53: lernbar.".
00:18:54: Das Korngut oder dieser uralte Körnerkasten wie Verena Lemp ihr Hotel nennt, ist in eine Landschaft eingebettet, die sich in den letzten Jahrzehnten fast nicht verändert hat!
00:19:04: Das soll auch in den nächsten Jahren so bleiben.
00:19:06: Durch die landwirtschaftliche Nutzung rundherum läuft das Areal nicht Gefahr, verbaut zu werden.
00:19:11: Genau diese Ruhe und Beständigkeit prägen das was im Korngut heute passiert.
00:19:16: Regionalität bei den Rohstoffen, bei den Firmen und ja – auch bei den Gästen!
00:19:20: Nicht nur GolferInnen und Seminarbesucherinnen zählen dazu.
00:19:23: Mit Fasten & Yoga wie Schweiz hat das Korngot eine neue Zielgruppe für sich erschlossen.
00:19:28: Dazu kommen Frühstücks- und Saunaangebote, die auch gern von der Einheimischen genutzt werden würde
00:19:33: ich sagen, schauen wir in den Saunagereich.
00:19:36: Das Dachgeschoss gibt es auch einen Lift.
00:19:46: So, hereinspaziert!
00:19:51: Genau unsere Gäste können mit der Zimmerkarte jederzeit rein und unsere finnische Sauna und Biosauna noch belieben nutzen.
00:20:00: Und auch für regionale Gästchen die können sie auch separat für ein Saunaabend anmelden und das Angebot genauso nützen.
00:20:10: Da im Dachgeschoss waren es wichtig, dass man wirklich überall raus kann.
00:20:15: Also immer wieder die Chance hat in der Natur raus und den Blick eben ins Grüne.
00:20:29: Der Sonnerbereich ist so wie die Zimmer im Hauptgebäude untergebracht.
00:20:33: Es gibt aber auch noch ein neues Nebengebäudee, in dem sich Frühstücksraum und der sogenannte Dorfladen befinden wo man zum Kaffee trinken, Karten spielen oder auf eine Flasche Wein zusammenkommt.
00:20:43: Auch der Seminarbetrieb findet im Nebengebäude statt.
00:20:46: Dieser Seminarum ist momentan jetzt gerade eben komplett leer geräumt, weil wir immer noch einige Yoga Retreats erinnern haben.
00:20:53: Die Gäste kommen meist reisen am Freitag an, sind bis Sonntag da und sind begleitet von einer Jogartrainerin und die haben hier quasi ihre Einheiten oben.
00:21:06: Und auch hier wieder ganz wichtig das Seminarraum mit Holzböden ausgestattet Damit man da auch ein wohliges, heimeliges Gefühl hat.
00:21:17: Da waren wir saumierend.
00:21:18: Es ist sehr lichtdurchflutet mit unseren Dachflächenfenster und Beschadungsmöglichkeiten dazu.
00:21:24: Man soll sich wirklich angenehm wie zu Hause
00:21:26: fühlen.".
00:21:28: Die Waldviertler-Gast-Friendschaft bekommt garantiert jeder Mensch zu spüren – egal wieso er herkommt oder von wo er anreist.
00:21:34: Manche Orte haben einfach diesen ganz speziellen Vibe!
00:21:37: Du kommst hin, atmest einmal tief durch und spürst… okay?
00:22:01: Der Ort ist einfach eine Bestätigung oder eine Weiterführung meiner sehr, sehr glücklichen Kindheit und Jugend.
00:22:07: Und ich bin jetzt mittendrin, sozusagen auch arbeitend tätig Und die könnte man nicht schöneres vorstellen.
00:22:15: Wenn ihr jetzt auf dieses historische Juwel neugierig geworden seid und Zeit im Korngult verbringen wollt, alle Infos dazu findet ihr in den Show-Notes!
00:22:23: Wir schauen uns noch ein bisschen weiter in der Gegend um.
00:22:25: Verena und Matthias Lemp haben mir nämlich noch ein paar Tipps zu Aktivitäten und Hotspots gegeben, die man sich nicht entgehen lassen sollte.
00:22:38: Tipp Nummer eins ist kein Unbekannter, weil er ja schon in zwei anderen Folgen empfohlen worden ist.
00:22:43: Der Stause Ottenstein.
00:22:45: Aber es ist dort einfach so schön und das Beste vom Korngut liegt da nur sechs Autominuten entfernt!
00:22:53: Der Stase Ottenstein litt zum Schwimmen- und Sonnentanken ein.
00:22:57: Auf der Picnic Decke lassen sich hier entspannte Stunden verbringen.
00:23:00: Mietet euch unbedingt eines dieser kleinen Elektroboote.
00:23:03: Mit dem Boot könnt ihr nämlich den See erkunden Und die Aussicht auf die grünen Ufer genießen Ohne Lärm, ohne
00:23:09: Hektik.
00:23:11: Der zweite Tipp liegt direkt vor der Haustür vom Korngut – zweimal umfallen und man ist beim Golfplatz Ottenstein!
00:23:17: Zwischen Waldviertler Himmel und sanften Hügeln schlägt man nicht nur Bälle sondern lässt den Alter hinter sich.
00:23:23: Und bevor sich jetzt wer denkt ich kann aber nicht Golf spielen Egal einfach eine Golfschnuppe Stunde machen Ausrüstung ausbogen und Zitat Verena Lampe einfach wild drauf losschlagen.
00:23:36: Das war Urlaubsgeschichten zum Bleiben Heute mit Verena und Matthias Lemp von Das Korngut.
00:23:43: Ich bin Crystal Clear, und ich freue mich darauf auch in der nächsten Folge wieder einen der besonderen Selected Stacey Niederösterreich und seine Gastgeber ihnen kennenzulernen!
00:23:52: Wenn euch diese Folge gefallen hat dann abonniert den Podcast doch – ich freu' mich auch über Feedback oder eine Bewertung in eurer Podcast-App Und teilt dem Podcast mit allen Menschen die auch mal einen kleineren Tapeten wechseln und wenn's nur für ein Wochenende ist, brauchen!
00:24:07: Vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal Urlaubsgeschichten zum Bleiben.
00:24:21: Ein Podcast von Niederösterreich Tourismus.
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