#2 Kein Fernseher, kein Lärm, viel Geschichte

Shownotes

Wie wird aus einem ehemaligen Kloster ein Ort für Seminare, Fasten, Hochzeiten und absolute Ruhe?

Christl Clear besucht das Refugium Hochstrass im Mostviertel und taucht in die Geschichte eines Hauses ein, das seit über 120 Jahren Lernen, Rückzug und Spiritualität verbindet.

In dieser Folge erfahrt ihr:

  • Wie Anja Ziegler mit ihrer Familie das frühere Kloster behutsam umgebaut hat, ohne seinen Charakter zu verlieren.
  • Welche Schätze beim Ausräumen entdeckt wurden: alte Karten, Schultafeln und eine Nudelmaschine aus der Jahrhundertwende.
  • Was „Sakralraum-Transformation“ bedeutet – erklärt von Dr. Alexander Deeg (Universität Leipzig).
  • Warum Digital Detox, Fastenkuren und Naturerlebnisse hier so gut funktionieren.

Selected Secrets – Tipps aus der Region:

Interviewpartner:innen:
Anja Ziegler (Eigentümerin),
Dr. Alexander Deeg (evangelischer Theologe und Professor für Praktische Theologie)

Credits

  • Produktionsleitung: Jeanne Drach
  • Konzeption: Jeanne Drach, Anna Muhr, Christiana Naue-Hess, Tina Scharka, Andrea Leppich
  • Redaktion und Text: Anna Muhr, Christl Clear
  • Gesprochen von: Christl Clear
  • Signation / Musik: Marten Kaffke
  • Postproduktion: Catharina Ballan, Anna Muhr

Dieser Podcast wurde produziert von OH WOW.

Transkript anzeigen

00:00:00: Mein Mann hat zu mir gesagt, hier kannst du das machen, was du vorhast.

00:00:04: Ich habe gesagt, woher weißt du, dass mir die Bilder schon im Kopf waren, wie wir durchgelaufen sind, was ich aus welchem Raum machen kann.

00:00:11: Das war so wie, ja, das ist es.

00:00:23: Das spannendste an solchen Neunutzungs- oder Umnutzungsprozessen finde ich eigentlich immer, wenn der Weg nicht einlinig ist.

00:00:31: Also wenn man nicht sagt, das ist jetzt... Früher eine Kirche gewesen, jetzt ist es irgendwas ganz anderes, sondern wegen dieses Wechselspiels von, das ist schon auch eine Kirche, aber es ist gleichzeitig noch mehr und anderes.

00:00:45: Mir ist eben wichtig, deswegen haben wir auch dieses Geschichtenbuch geschrieben, dass man die Geschichte nicht vergisst.

00:00:51: Jeder Ort, nicht nur der, ich bin der Meinung, dass alle Orte von dem leben, was einfach mal da alles passiert ist.

00:00:58: Und es sind hundertzwanzig Jahre, die darf man nicht vergessen.

00:01:02: Ganz ehrlich?

00:01:04: Ich habe noch nie darüber nachgedacht, ins Kloster zu gehen.

00:01:07: Aber heute ist es soweit.

00:01:10: Im Refugium Hochstrass im Mostviertel haben früher Ordensschwestern, ihre Schülerinnen, in Haushaltslehre und Landwirtschaft unterrichtet.

00:01:17: Auch heute ist die alte Hauskapelle noch das Herzstück vom Gebäude.

00:01:20: Drum herum hat sich einiges verändert und modernisiert.

00:01:23: Aber immer noch findet man im hintersten Winkel Überraschungen aus der Vergangenheit.

00:01:28: alte Nudelmaschinen, eine Schultafel und vielleicht sogar sowas wie eine Schatzkarte?

00:01:39: Urlaubsgeschichten zum Bleiben.

00:01:47: Ein Podcast von Niederösterreich Tourismus.

00:01:50: Ich bin Christl Clear, Autorin, Podcasterin und Influencerin.

00:01:54: Eigentlich ein echtes Stadtkind, geboren und aufgewachsen in Wien.

00:01:58: Aber manchmal brauche ich eben einen Tapetenwechsel, raus aus dem Trubel und rein ins Grüne.

00:02:03: Zum Glück gibt es das ja quasi eh gleich nebenan.

00:02:06: In Niederösterreich.

00:02:07: In diesem Podcast mache ich mich auf dem Weg, um besondere Orte in Niederösterreich zu finden.

00:02:12: Plätze, an denen man entschleunigen, auftanken kann und wo man einfach bleiben möchte.

00:02:18: Ich treffe Gastgeberinnen, die ihre Häuser mit so viel Seele füllen, dass man sich sofort willkommen fühlt.

00:02:23: Und diesmal geht es ja nicht nur um die Seele, sondern auch ein bisschen um den, naja, heiligen Geist.

00:02:30: Das ist Urlaubsgeschichten zum Bleiben.

00:02:33: Schön, dass ihr wieder dabei seid.

00:02:40: Und ich liebs, dass Sie uns einen Gockel versprochen haben und auch wirklich einer da ist.

00:02:46: Wir haben eigentlich nach einer Landwirtschaft gesucht.

00:02:49: Und der Makler hat zu mir gesagt, da ist ein Kloster auf dem Grund.

00:02:52: Und nach einer ersten, sag ich mal, Schrecksekunde, wo wir mal geschluckt haben, habe ich gesagt, okay, können wir es unverbindlich anschauen.

00:03:00: Anja Ziegler begrüßt uns im Refugium Hochstrass, ein abgeschiedener Ort mitten in der grünene Idylle, umgeben von Wald und Wiesen.

00:03:09: Pferde grasen, Hähne krähen, Libellen fliegen um einen kleinen Teich.

00:03:13: Und ja, das Ganze war wirklich einmal ein Closter und eine Closter-Schule.

00:03:17: Wir haben auch versucht beim Umbau diesen Kloster-Charakter beizubehalten, wenn man im Haus ist, dass man einfach durch die Gänge geht und merkt, dass es ein Kloster gewesen.

00:03:28: Und insofern haben wir auch von der Struktur des Hauses so wenig wie möglich verändert.

00:03:34: Jetzt, beziehungsweise seit zweitausendsechzehn, ist das Refugium Hochstrass in erster Linie ein Seminarhotel.

00:03:40: Unternehmen halten hier mit ihren Mitarbeiterinnen Klausuren ab, suchen in Workshops nach neuen Ideen und wollen den Teamgeist stärken.

00:03:48: Der Geist war hier aber immer schon zu Hause.

00:03:51: Früher haben im Gebäude Nonnen gelebt und sie haben viele Generationen an Kloster-Schülerinnen das Kochen, Nähen und Landwirtschaften beigebracht.

00:03:59: Das war der Spiegel, wo die ganzen Schülerinnen Der war im Näheraum gestanden, die mussten alle ihr eigenes Dirndl nähen.

00:04:06: Das ist das Dirndl, das da unten hängt.

00:04:08: Das ist das Dirndl, das da unten hängt.

00:04:10: Das ist das Hochstasser Dirndl.

00:04:13: Wir haben dann schon so Feedback gekriegt von diesen Absolventinnen, die gesagt haben, wenn du in diesen Spiegel mit deinem Dirndl reingeguckt hast, bist du vom Mädchen zur Frau geworden.

00:04:25: Entstanden ist das Haus am Ende des neunzehnten Jahrhunderts.

00:04:28: Damals hat ein Nonnen-Orden, die Töchter der göttlichen Liebe, den Grund übernommen, das Kloster bauen lassen und ab achtzehnsiebenundneunzig eine landwirtschaftliche Haushaltsschule für junge Frauen hergeführt.

00:04:39: Die Schule hat dann über ein Jahrhundert existiert.

00:04:42: Nur im Zweiten Weltkrieg war den Schwestern der Schulbetrieb untersagt.

00:04:45: Erst im Jahr zweitausendneun haben die Schwestern die Schule aufgegeben.

00:04:48: Kurz darauf hat die Familie Ziegler die Annonce gefunden.

00:04:51: Und damit ist die Arbeit erst richtig losgegangen.

00:04:54: Es war voll geräumt.

00:04:55: bis in den letzten Zentimeter.

00:04:57: Und die Schwestern haben zu uns gesagt, sie können nichts mitnehmen.

00:05:01: Sie haben schon drei Häuser aufgelöst in den zwei Jahren vorher.

00:05:06: Und sie haben keinen Platz auch nicht mehr für mehr.

00:05:08: Die Schwestern haben nicht ausgemistet.

00:05:11: Ne, aber gut.

00:05:12: Und das war halt dann unsere Aufgabe.

00:05:13: Eine Riesenaufgabe.

00:05:15: Vor allem, weil Frau Ziegler schnell merkt, dass sie sich wirklich alles ganz genau anschauen muss.

00:05:20: Ich nehme aus diesem Regal so einen Stoß von ... Kopierpapier.

00:05:26: Also normales blankes Papierpapier, ein bisschen verstaubt oder so.

00:05:31: Und ich will es eigentlich dann schon wegschmeißen in meine Schubkarre da rein und da merke ich unten drunter, das fühlt sich anders an.

00:05:38: Das ist kein normales Papier.

00:05:40: Und dann habe ich halt einmal das ganze Ding umgedreht und habe immer unten drunter geschaut und da habe ich eine alte Karte gefunden.

00:05:46: In dieser Karte war diese ganze Landschaft drinnen, also diese Hundertsiebenundsechzig Hektar, mit allen Quellen, die es ja auf dem Grund gibt, mit allen Drainagen, die reingebaut waren.

00:05:59: Also wirklich das sah ja aus wie eine Schatzkarte.

00:06:01: So, müssen Sie sich das vorstellen.

00:06:04: Und die habe ich gesagt, okay, das musst du aufheben.

00:06:07: Wenn da die ganzen Quellen drauf sind, das kann mal wichtig für uns werden.

00:06:11: Sie wissen nicht, wie oft wir diese Karte beim Bauern rausgenommen haben.

00:06:17: Ab dem Zeitpunkt habe ich gesagt, nein, es geht nicht schnell.

00:06:20: Wir drehen hier alles einzeln um.

00:06:23: Ich glaube, das hat die Familie Ziegler ja wortwörtlich gemacht.

00:06:26: Und sie haben dabei jede Menge alte Dinge gefunden, die man heute noch brauchen kann.

00:06:31: Oder die zumindest einfach schön ausschauen.

00:06:33: Ich mag einfach überhaupt diese ganzen Sachen von früher.

00:06:37: Wir haben die auch in den Nischen reingestellt, alte Milchkühler und Dinge, die es eben in der ... Käserei eben hatten oder alte Schreibmaschinen.

00:06:46: Ich habe jetzt diese Woche erst mal irgendwo wieder was ausgeräumt und denke ich, da war wieder so eine ganz alte Schachtel.

00:06:54: Sie sehen das dann schon, dass die aus der Jahrhundertwende ist, wenn sie die Schachtel sehen.

00:07:00: Wie kommt die da hierher?

00:07:01: Macht die auf und da ist eine ganz uralte Nudelmaschine drinnen.

00:07:05: Und dann denke ich mir, okay.

00:07:07: Das weißt du schon gar nicht mehr, dass das das noch gab.

00:07:11: Aber wie lustig ist es, dass sie immer noch Kisten auspacken und immer noch Sachen finden?

00:07:16: Ja, finde ich auch.

00:07:17: Das

00:07:17: ist eine never-ending Story.

00:07:20: Die unendliche

00:07:20: Geschichte.

00:07:22: Als wir durchs Haus gehen, merke ich was Frau Ziegler meint.

00:07:25: In jedem Raum steht ein altes Stück.

00:07:27: Nicht nur in den Zimmern, auch in den Seminarräumen im dritten Stock.

00:07:31: Bitte sehr.

00:07:34: Wir haben sechs Seminarräume

00:07:35: oben.

00:07:37: In einem Raum, wo man vielleicht ein Whiteboard oder einen riesigen Flatscreen erwartet, hängt eine alte Schultafel an der Wand.

00:07:43: So eine, wie wir sie alle mal hatten, so eine dunkelgrüne, ihr wisst schon.

00:07:47: In zwei Seminarräumen sind eben die zwei Tafeln untergekommen, die von den zwei Klassenzimmern waren.

00:07:52: Ich finde es sehr, sehr toll, weil ich realisiere jetzt erst, wie lange ich keine Tafel mehr gesehen habe.

00:07:59: Und wie cool es ist, dass die wirklich eine Oldschool-Tafel ist, also auch wirklich mit Holz und all dem.

00:08:07: Und es ist so toll, dass wir auch wirklich schauen, dass in jedem Zimmer ein altes Teil ist.

00:08:12: Als Gast schläft man übrigens wirklich in den ehemaligen Zimmern der Ordensschwestern.

00:08:16: Die sind nicht besonders groß, die Nonnen waren ja bescheiden, aber irgendwie macht das nichts.

00:08:20: Es ist trotzdem sehr charmant.

00:08:22: Es gibt aber schon auch größere Doppelzimmer und sogar zwei Fancy Suiten im Haus.

00:08:26: Man kann trotzdem sagen, die Schwestern sind im Geiste immer noch hier.

00:08:30: Die Seminarräume haben bis heute ihre Namen.

00:08:33: Pacifika, Liberia, Maristella, Ansilla.

00:08:37: Dafür sind die Ziegler zum Schwesternfriedhof in den Wald gegangen.

00:08:40: Dann haben wir überlegt, welche Namen wir nehmen.

00:08:44: Also, bei zum Beispiel Pacifika oder Liberia kennen wir den Hintergrund auch nicht.

00:08:50: Aber Maristella ist da ganz hinten.

00:08:52: Das war nach dem Krieg, die Oberin, die die Schule wieder aufgebaut hat nach dem Krieg und wieder zum Leben erweckt hat.

00:09:03: Ansilla hier neben dran.

00:09:05: Die hat uns besucht, die Schwester bei unserem Zeugentag.

00:09:08: Wie hat sie reagiert, wie sie gesehen haben?

00:09:11: Sie hat gesagt, machts ein Foto.

00:09:17: Während Frau Ziegler und ich so plaudern, denke ich mir immer wieder, wie ist das eigentlich, wenn man so ein Kloster als einen religiösen Ort umbaut und sowas neu macht?

00:09:26: Hat da nicht jemand was dagegen?

00:09:28: Was muss man da beachten?

00:09:30: Dr.

00:09:30: Alexander Deeg forscht genau dazu an der Uni Leipzig.

00:09:34: Was uns interessiert sind alle möglichen Veränderungen, sakrale Räume, Transformationen, Veränderungen, sakrale Räume, also im Kern Kirchenräume aller Konfessionen, bei denen immer zwei Dinge zusammenkommen müssen.

00:09:47: Das eine, es muss eine wahrnehmbare bauliche Veränderung geben, auf der einen Seite, und das muss irgendwie einhergehen mit doch seiner Veränderung, Erweiterung von Nutzung.

00:09:58: Sakralraum-Transformation nennt man das, wenn ehemalige Kirchen oder Klostergebäude umgenutzt werden.

00:10:03: Und tatsächlich passiert das immer öfter aus einem naheliegenden Grund.

00:10:07: Ja, das geht natürlich tatsächlich von der Krisenwahrnehmung oder von der Problemwahrnehmung aus.

00:10:11: Wir werden... In den Kirchen immer weniger Menschen.

00:10:14: In Deutschland ist es inzwischen so, dass weniger als die Hälfte der Menschen zu einer Kirche gehören und der Verlust einfach doch ziemlich rapide ist, Jahr für Jahr immer wieder.

00:10:23: Und wenn die Anzahl der Menschen, die zur Kirche gehören, immer weniger wird, kommt sozusagen auf jedes einzelne Gebäude, kommen immer weniger Christenmenschen.

00:10:30: Der Unterhalt wird immer teurer, die Kirchen verlieren gleichzeitig Geld.

00:10:35: Aber

00:10:35: der Umbau ist dann eben doch oft nicht so reibungslos wie wenn man ein herkömmliches altes Haus erneuern will.

00:10:40: Das ist echt nicht zu unterschätzen, dass jeder Kirchenraum, auch jedes Kloster oder wie auch immer, da hängen Menschen dran.

00:10:47: Also es gibt so eine ideelle... Geschichte und eine ideelle Bindung an diese Räume.

00:10:52: Menschen, die da irgendwo irgendwann getauft wurden oder deren Kinder da getauft wurden, deren Angehörige beerdigt wurden oder die mit ihrer Trauung oder wann auch immer im Kontext ihre Biografie mit so einem Raum Erfahrungen gemacht haben, die hängen natürlich emotional sehr, sehr stark dran.

00:11:08: Das heißt, wir haben vielleicht anders als bei irgendwelchen anderen Gebäuden eine hohe emotionale Bindung, die mit diesen Kirchenräumen einhergeht.

00:11:16: Übrigens sehen wir die auch sogar bei Menschen, die nicht zur Kirche gehören, weil einfach der Raum Kirche eine Symbolkraft hat und eine ideelle Bedeutung.

00:11:26: Ich frage deshalb auch Anja Ziegler.

00:11:28: Gab es kritische Stimmen beim Umbau bzw.

00:11:31: bei der Umnützung?

00:11:32: Ja sicher, also ich möchte jetzt mal sagen, wir sind schon erst einmal sehr positiv aufgenommen worden im Ort.

00:11:40: Aber trotzdem war natürlich alles sehr gespannt und da ist immer so eher diese, mal schauen, was die da draus machen.

00:11:47: Also das war eher so diese Zurückhaltung zu gucken.

00:11:50: Wir schauen uns das jetzt erst einmal an.

00:11:52: Es glaubt erst einmal keiner, dass da was Gutes draus wird.

00:11:56: Aber wir hatten von Anfang an ein sehr gutes Verhältnis zu den Kloster-Schwestern.

00:12:02: Und ich hab auch die ehemalige Oberin, die er dann... nicht mehr da war, besucht und habe mit ihr auch ein bisschen erklärt, was wir machen wollen, wie wir das bauen wollen und so weiter.

00:12:13: Und wir haben dadurch eigentlich bis heute immer noch ein gutes Verhältnis.

00:12:18: Also die besuchen uns auch immer mindestens einmal im Jahr.

00:12:21: Und da die Bevölkerung hier aber auch ein gutes Verhältnis zu den Schwestern hatte, hat sich das dadurch dann eigentlich ganz, ganz gut gemacht, weil die ihnen auch gesagt haben, dass was wir machen wollen.

00:12:35: ist schon eine Verlängerung dessen, was da eigentlich war, weil es war ja auch Schule.

00:12:40: Es war ja nicht nur Kloster und es war ja auch Schule.

00:12:42: Ach so, ja.

00:12:43: Und der Gedanke, das Lernen von den Schülern in das Lernen der Erwachsenen überzugehen, das war ja auch so.

00:12:52: unser Gedanke, dass man sagt, okay, es war Kloster und war Schule und das führen wir jetzt weiter, indem wir jetzt sagen, okay, jetzt geht es eben in Seminare, in Erwachsenenbildung.

00:13:04: Im Refugium Hochstrass geht es heute aber auch darum, den Kopf frei zu bekommen.

00:13:08: Ein bisschen runterfahren.

00:13:10: Vielleicht auch Digital Detox.

00:13:12: Wir haben keine Fernseher im Zimmer.

00:13:14: Wir haben keine Telefon, kein Radio.

00:13:16: Wir haben in den Zimmern eigentlich nichts.

00:13:20: Einfach auch eben, um dem gerecht zu werden, dass man die Ablenkung eigentlich gar nicht so sehr hat.

00:13:28: Am Anfang war das ein bisschen eine ... Für viele Gäste eine Überraschung.

00:13:35: Zwischenzeitlich haben wir Stammkunden, die kommen nur, weil wir das so haben.

00:13:41: Man kann hier übrigens auch fasten, also wortwörtlich den Verzicht üben.

00:13:46: Aber da geht es ja nicht nur jetzt, sag ich mal, um Nahrung und Abnehmen oder so, sondern es geht ja auch um Geist und um Seele.

00:13:54: Und es geht einfach beim Fasten um viel, viel mehr.

00:13:57: Und wir haben da auch verschiedene Fastentrainer, mit denen wir zusammenarbeiten, die einfach auch alle eine gewisse Ausrichtung und unterschiedliche Ausrichtung haben, sodass man eigentlich immer seinen passenden Fastentrainer dann finden kann.

00:14:13: Und wir haben sehr, sehr gutes Feedback von unseren Fastengästen, weil sie einfach hier auch zu nahe an der Natur sind.

00:14:22: Und dass eigentlich immer ein fließender Übergang ist zwischen Haus und Natur, die sind sehr, sehr viel draußen.

00:14:29: Also schauen Sie sich oben, wir sind eigentlich im Mostviertel.

00:14:32: Wir sind hier in dieser Elsbeer-Region.

00:14:36: Es ist ein bisschen Wienerwald, ein bisschen Mostviertel, weil wir so an der Grenze sind.

00:14:41: Das ist eine wunderbare Mischung.

00:14:43: Gutes Stichwort.

00:14:44: Die Mischung macht's.

00:14:45: Seit einiger Zeit hat sich zum Seminarangebot vom Refugium noch eine ganz andere Nutzung des Ortes gemischt.

00:14:51: Hochzeiten.

00:14:53: Mehr als sechzig Hochzeiten pro Jahr haben hier in den letzten Jahren stattgefunden.

00:14:57: Meistens mehrere an einem Wochenende.

00:14:59: Mit Entschleunigung hat das dann aber oft nichts mehr zu tun.

00:15:02: Vor allem nicht für Frau Ziegler und ihr Team.

00:15:05: Die Hochzeiten sind ein sehr intensives Geschäft.

00:15:08: Das zehrt auch körperlich an unseren Mitarbeitern, an uns selber auch.

00:15:15: Und wir haben einfach dann Anfang diesen Jahres entschieden, dass wir das... Zumindest wir nächstes Jahr erst einmal reduzieren.

00:15:24: Und es fühlt sich aber gut an, das zu wissen, dass wir das reduzieren und wir werden das voraussichtlich auch beibehalten.

00:15:30: Wir machen dann im zweitausendsechsundzwanziger ungefähr die Hälfte der Hochzeiten, haben dadurch mehr Ressourchen für das Seminar, mehr Termine für das Seminar, für mich ist das wie Back to the roots, Weil wir einfach gesagt haben, wir haben das auch als Seminarhotel konzipiert, das Ganze.

00:15:54: Und eigentlich nicht wirklich für Hochzeiten.

00:15:58: Das hat sich entwickelt und das waren Selbstläufer irgendwo.

00:16:02: Und wir haben einfach jetzt entschieden, ja, wir schauen mal, wo haben wir angefangen und da wollen wir jetzt auch wieder hin.

00:16:08: Ja, Sie nehmen einfach den Stress ein bisschen raus.

00:16:10: Genau, für uns, für unsere Mitarbeiter und für unsere Gäste.

00:16:15: Aber eh klar, ich verstehe schon, dass hier viele Leute heiraten wollen.

00:16:18: Es ist wunderschön, romantisch und die Kapelle ist halt einfach ein Träumchen.

00:16:23: Das ist der zentrale Ort, von dem das eigentlich hier dann alles ausgegangen ist.

00:16:28: Es ist auch dieses Haus ja irgendwie um diese Kapelle rumgebaut.

00:16:32: Sie erwartet einen übrigens direkt, wenn man in die Lobby kommt.

00:16:35: Wow, das ist ja ein

00:16:37: Träumchen.

00:16:40: Was haben Sie hier verändert,

00:16:41: beziehungsweise was durften Sie hier verändern?

00:16:43: Wir haben die Bänke rausgenommen.

00:16:45: Das ist die große Veränderung, dass wir die Bänke rausgenommen haben, damit dieser schöne

00:16:50: Boden sichtbar ist.

00:16:52: Und sind die Bänke, die man da vorne sieht, sind das noch Reste davon?

00:16:55: Ja,

00:16:56: das sind sie.

00:16:58: Ich bin nicht sehr gläubig, aber Kirchen sind einfach sowas.

00:17:03: Da wirkt man gleich einmal so klein.

00:17:06: Die Kapelle ist ja jetzt immer noch geweint.

00:17:08: Und wir nutzen die Kapelle eben für unsere Hochzeiten, für kirchliche Trauungen, für Taufen.

00:17:15: Wir nutzen sie für normale Gottesdienste, aber auch die Seminargruppen für Meditationsrunden.

00:17:22: Ja, so für Morgenmeditationen.

00:17:25: Da dürfen sie auch gerne mit Yoga-Matten rein.

00:17:28: Und würden Sie sagen, ist das Refugium heute noch ein religiöser

00:17:33: Ort?

00:17:34: Teilweise, ja.

00:17:35: Ja, es kommt auch immer darauf an, wie die Gruppen, die Seminargruppen und die Gäste das aufnehmen.

00:17:43: Aber es ist immer noch auf alle Fälle ein besonderer Ort mit einem besonderen Geist.

00:17:48: Also wir spüren das ganz arg, wenn unsere Gäste ankommen.

00:17:53: Teilweise auch von Wien, diese lange Fahrt hier ein bisschen gestresst.

00:17:57: Komme ich das, finde ich das.

00:17:58: Wir liegen ein bisschen abseits, wir liegen ein bisschen so um die Ecke.

00:18:01: Ja, und wenn sie einen Tag da waren.

00:18:05: Und sie gehen dann aus dem Haus raus, da sieht man ihnen das auch an.

00:18:08: Die sind viel entspannter, sie sind viel ruhiger.

00:18:11: Das macht was, dieser Ort macht was mit den Menschen.

00:18:14: Aber das merkt man gleich, wenn man aus dem Auto steigt.

00:18:17: Das stimmt.

00:18:17: Ich

00:18:17: finde, man merkt das gleich.

00:18:18: Wir sind die, die aus Wien gekommen sind.

00:18:20: Wir waren jetzt nicht sonderlich gestresst.

00:18:22: Aber wir kommen halt aus der Stadt.

00:18:25: Aber man steigt aus dem Auto und man spürt Entspannung.

00:18:30: Ich weiß gar nicht, wie es anders erklären soll.

00:18:32: Man spürt es.

00:18:34: Ich war nur einen halben Tag im Refugium Hochstraß.

00:18:37: Aber auch auf mich hat dieser Ort irgendwie gewirkt.

00:18:40: Das hört man nie.

00:18:41: Ich bin richtig eingetaucht in die entspannte und ja auch irgendwie spirituelle Atmosphäre und haben mir das Leben von früher da echt gut vorstellen können.

00:18:50: Wenn ihr auch mal die Ruhe und Abgeschiedenheit dort erleben wollt oder euch die wirklich umfangreiche Geschichte vom Refugium interessiert, findet ihr alle Infos in den Shownotes.

00:18:59: Die Familie Ziegel hat sogar ein eigenes Geschichtsbuch zum Kloster gemacht.

00:19:03: Und wir?

00:19:03: Wir schauen uns jetzt noch ein bisschen in der Region um.

00:19:06: Frau Ziegler hat uns ein paar ihrer Lieblingsplätze verraten.

00:19:11: Selected Secrets.

00:19:12: Tipps aus der Region.

00:19:15: Dass wir uns in der Region der Elsbeere befinden, hat Frau Ziegler vorhin schon kurz erwähnt.

00:19:19: Und damit hat auch ihr erster Ausflugstipp zu tun.

00:19:22: Sie empfiehlt die geführte Elsbeerwanderung, die man im Orten Michelbach machen kann.

00:19:26: Die Exkursion dauert ca.

00:19:27: eineinhalb Stunden und führt zu den Bäumen, auf denen die Beere wächst und ins Haus der Elsbeere, wo eine Familie in fünfter Generation Produkte aus der dunkelroten kleinen Frucht herstellt.

00:19:38: Marmeladen, Sirupe oder auch Schnaps.

00:19:40: Natürlich kann man die Gegend auch selbstständig und ohne Führung erforschen.

00:19:44: Zweiter Tipp?

00:19:45: Ein Ausflug zur ältesten Köhlerei Österreichs.

00:19:47: Das ist nämlich die Waldkölherei Hochecker in Michelbach.

00:19:50: Seit Generationen wird dort Holzkohle hergestellt und verkauft.

00:19:54: Früher für die Eisenindustrie, heute hauptsächlich zum Grillen.

00:19:57: Die Kohle wird durch die trockene Destillation hergestellt.

00:20:00: Was genau das ist und wie das geht, kann man sich bei einer Betriebsführung anhören.

00:20:04: Sicher auch ein Erlebnis.

00:20:08: Das war Urlaubsgeschichten zum Bleiben.

00:20:11: Heute mit Anja Ziegler und dem Refugium Hochstrass im Mostviertel.

00:20:15: Ich bin Christl Clear und ich freue mich darauf, euch in den nächsten Folgen besondere Orte in Niederösterreich zu zeigen, die euch so richtig runterholen und euch inspirieren.

00:20:24: Wenn euch diese Episode gefallen hat, dann abonniert den Podcast.

00:20:27: Lasst mir gerne ein Feedback da und erzählt euren Freunden und Freundinnen davon.

00:20:30: Vielleicht kennt ihr jemanden, der gerade Lust hat, rauszukommen und neue Lieblingsplätze zu entdecken.

00:20:37: Danke fürs dabei sein.

00:20:38: Bis bald.

00:20:43: Urlaubsgeschichten zum Bleiben Ein Podcast von Niederösterreich

00:20:56: Tourismus.

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