#4 Fjord-Feeling im Waldviertel
Shownotes
Wie nachhaltig kann Angeln sein und warum kommt man am Dobra-Stausee nach zwei Tagen plötzlich völlig zur Ruhe?
Christl Clear reist ins Waldviertel zum Gut Ottenstein und den Seehäusern Dobra und spricht über Natur, Fischerei, sanften Tourismus und das Leben am Wasser.
In dieser Folge erfahrt ihr:
- Wie das Gut Ottenstein seit Jahrhunderten nachhaltig Forst-, Teich- und Fischwirtschaft betreibt – mit Alexander Warringer und Bernhard Berger.
- Welche Regeln für Hobbyfischer:innen gelten, was „Küchenfenster“ bedeuten und wie Übernutzung vermieden wird.
- Warum das Zurücksetzen von Fischen teils Pflicht ist – erklärt von Hydrobiologe Günther Unfer (Universität für Bodenkultur Wien).
- Wie die Seehäuser Dobra funktionieren: Selbstversorger-Hütten am Wasser, kontaktloser Check-in und Natur pur.
Selected Secrets – Tipps aus der Region:
- Gut Ottenstein
- Falknerei & Greifvogelzentrum Waldreichs
- Teichwanderweg rund um Schloss Waldreichs (Nr. 51)
Interviewpartner:innen:
Alexander Warringer MA (Betriebsleiter, GF Windhag Betriebs- & Verwaltungs GmbH),
Bernhard Berger Mag. (Leiter Teichwirtschaft, Stauseefischerei & Anlegeplätze),
Günther Unfer Dipl.-Ing. Dr. nat. techn. (Senior Scientist, Institut für Hydrobiologie und Gewässermanagement, BOKU Wien)
Credits
- Produktionsleitung: Jeanne Drach
- Konzeption: Jeanne Drach, Anna Muhr, Christiana Naue-Hess, Tina Scharka, Andrea Leppich
- Redaktion und Text: Anna Muhr, Christl Clear
- Gesprochen von: Christl Clear
- Signation / Musik: Marten Kaffke
- Postproduktion: Catharina Ballan, Anna Muhr
Dieser Podcast wurde produziert von OH WOW.
Transkript anzeigen
00:00:00: Entschleunigung eigentlich, dass die Leute hier in den Tag hineinleben, nicht großartig viel planen, sondern sich der Natur oder dem Leben in einem kleineren Haus hingeben.
00:00:15: Wir fangen schon im Prinzip im Kindesalter an, da irgendwie die... Kinder, die Jugendlichen, schon ein bisschen ein Umweltbewusstsein beizubringen, meiner Meinung nach ganz, ganz wichtig, weil von der Spielekonsole weg oder vom Fernseher lernt man das nicht.
00:00:27: Das kann man wirklich nur erfahren und lernen, wenn man es angreifen kann, wenn man es sehen, wenn man es selbst erleben kann, um eben in weiterer Folge dann richtig zu reagieren, zu agieren in der Natur und halt auch gewisse Dinge wirklich schützen zu wollen.
00:00:39: Wenn ich jemandem das Waldviertel beschreiben müsste, der es noch nie gesehen hat, ich glaube, dann würde ich wahrscheinlich genau den Ort beschreiben, an dem ich heute gelandet bin.
00:00:48: Dunkelgrüner Wald, tief blauer, sind manchen Stellen schon fast schwarzes Wasser.
00:00:52: Gute Luft, oder wie Alexander Warringer sagt.
00:00:55: Fisch, Förster, Ferienhäuser, Wald, Wiese, sehr viel Landschaft, ohne dass es durch kleinere Ortschaften unterteilt ist.
00:01:05: Natur, viel Natur.
00:01:07: Und schlechten Handyempfang.
00:01:08: Auch
00:01:08: den.
00:01:08: Das liebe
00:01:09: ich immer, wenn ich hier komme.
00:01:12: Wir sind auf Gut Ottenstein, drei tausend zweihundert Hektar groß, nachhaltig wie wirtschaftet und voll im Trend.
00:01:19: Viele Gäste kommen hierher und können hier mittlerweile auch übernachten, um abzuschalten, die Natur zu genießen oder auch um zu fischen.
00:01:26: Letzteres wird als Hobby ja immer beliebter.
00:01:29: Merke ich auch in meinem Freundeskreis.
00:01:30: Aber wie funktioniert das nachhaltig?
00:01:32: Wann ist es zu viel?
00:01:34: Auch darum geht es heute.
00:01:41: Urlaubsgeschichten zum Bleiben.
00:01:48: Ein Podcast von Niederösterreich Tourismus.
00:01:53: Ich bin Christl Clear, Autorin, Podcasterin und Influencerin.
00:01:57: Für diesen Podcast suche ich mir ganz besondere Orte zum Bleiben in Niederösterreich.
00:02:01: Weil manchmal muss man ja auch einfach raus aus der Großstadt.
00:02:05: Das harte Grau gegen ein sanftes Grün austauschen.
00:02:08: Und das geht in Niederösterreich ja wirklich sehr gut.
00:02:12: Natur, Entspannung, Ruhe, Abgeschiedenheit.
00:02:15: Das ist das eine.
00:02:16: Ich treffe in diesem Podcast aber auch auf viel Kultur und Geschichte.
00:02:19: Und ich lerne Menschen kennen.
00:02:21: Gastgeberinnen der Selected Stays zum Beispiel, die genau das weitergeben und vermitteln wollen und die mir viel spannendes über Land und Leute erzählen.
00:02:29: Willkommen bei Urlaubsgeschichten zum Bleiben.
00:02:31: Ich freue mich, dass ihr wieder dabei seid.
00:02:33: Heute sind wir wieder mal im Waldviertel zu Gast, auf Gut Ottenstein und bei den Seehäusern Dobra.
00:02:44: Wir treffen uns auf Schloss Waldreichs.
00:02:46: Es ist ein schönes rustikales Jagdschloss.
00:02:49: Im Garten vor dem Schloss steht ein großer Hirsch und bäumt sich auf.
00:02:52: Natürlich eine Statue.
00:02:53: Hier ist der Verwaltungssitz von Gut Ottenstein.
00:02:56: Alexander Warringer führt von hier aus die Geschäfte.
00:02:59: Gut Ottenstein heißt viel Wald, ein paar Teiche, ein bisschen Seeeidylle, fjordartige Seeidylle, Ackerflächen natürlich, viele Wiesen und das ganze Bio.
00:03:08: Das Gut gehört der Windhag Stiftung, die schon sechzehn-siebzig gegründet wurde.
00:03:12: Heute betreibt das Gut Forstwirtschaft, Teichwirtschaft, Jagd, Fischerei und ist seit kurzem auch ein Tourismusbetrieb.
00:03:18: Bei uns geht es eben vom Wald bis zum Fisch.
00:03:20: Diese Produkte sind hier alle umfasst.
00:03:22: und was auch ganz, ganz stark ist, dass wir durch diese Seen auch im Tourismus gut unterwegs sind und sehr viele Tagesgäste bei uns auch sind.
00:03:32: Und da geht es halt auch darum, dass wir in der Region dann einfach die Tagesgäste zu mehr Tagesgästen machen.
00:03:38: Und deshalb gibt es auch Seehäuser bei uns.
00:03:40: Wann immer ich im Waldviertel bin im Sommer, ist das Erste, was ich mache, in einen der Stauseen zu springen.
00:03:45: Das ist quasi Pflichtprogramm.
00:03:47: Der Ottensteiner Stauses ist der größte.
00:03:50: Vom Gut Ottenstein wird aber auch noch der kleinere Dobra-Stause bewirtschaftet, wo auch die Seehäuser sind, zu denen wir später noch fahren werden.
00:03:57: Und ja, es sind Stauseen.
00:03:59: Sie sind also quasi künstlich angelegt und zwar aus einem bestimmten Grund.
00:04:03: Sie werden als Wasserkraftwerke benutzt.
00:04:05: Ganz ehrlich, ohne Kraftwerke hat man keine Stauseen.
00:04:07: Das ist einmal das Ausschlagskriterium, warum es diese ganze Biodiversität und das alles gibt bei uns in der Gegend.
00:04:15: Unter dem Strich, es ist Natur aus zweiter Hand, sehr hochwertige Natur.
00:04:20: Aber es ist Kulturlandschaft, Stausee ist klar, es ist immer eine stark veränderte Landschaft, also nicht der Kamp als Fließgewässer, sondern halt aufgestaut.
00:04:30: Aber ohne Kraftwerk hätten wir diese Seen nicht, die bei uns in der Landschaft magnetisch sind.
00:04:36: Natürlich hat es Auswirkungen auf die Ökologie in den Stausee, eben durch Pegelschwankungen.
00:04:42: Das kann sein, dass dort die Laichzeiten der Fische oder das Laichverhalten beeinträchtigt ist.
00:04:48: Aber die Fische haben gelernt, damit umzugehen und auch die Fischer und auch der Tourist.
00:04:53: Das ist Bernhard Berger.
00:04:55: Er ist hier für alles zuständig, was mit Wasser zu tun hat.
00:04:58: Teichwirtschaft, Stausee Fischerei und die Anlegerplätze für die Boote.
00:05:02: Und er hat sicher eine Menge zu tun, weil das Wasser ist wirklich für die meisten Leute der Grund, warum sie kommen.
00:05:07: Die Stauseen sind für die Badegäste frei zugänglich.
00:05:10: Das ist in Österreich quasi einzigartig.
00:05:13: Und dann gibt es eben auch die Hobbyfischerei, die immer beliebter wird.
00:05:16: Viele Leute kommen einfach zum Angeln hierher.
00:05:19: Man braucht aber dafür eine Berechtigung.
00:05:21: Bei uns an den Stausen ist es im Prinzip sogenannte öffentliche Gewässer.
00:05:24: Das heißt, da brauche ich einmal als Voraussetzung eine amtliche Fischerkarte.
00:05:27: In Niederösterreich gibt es da seit einiger Zeit eine Prüfung, die man absolvieren muss.
00:05:31: Und dann hat man eben diese amtliche Fischerkarte.
00:05:33: Kann man sich vorstellen, wie ein Führerschein.
00:05:35: Und dann muss man eben für das jeweilige Gewässer in dem für unsere Stauserevier eine Lizenz kaufen.
00:05:41: Das ist quasi dann die Eintrittskarte.
00:05:43: mit den ganzen Bestimmungen, die man einzuhalten hat, gibt es verschiedene Ausgabestellen, kann man auch genauso auch online kaufen.
00:05:50: Also man braucht auf jeden Fall eine Ausbildung.
00:05:52: Wenn jetzt zum Beispiel Fischer aus anderen Bundesländern kommen, dann müssen sie eine Gastkarte lösen.
00:05:57: Das ist auch wieder, dass quasi die Fischerei in Niederösterreich anerkannt wird.
00:06:02: Mittlerweile gibt es in jedem Bundesland auch Prüfungen.
00:06:05: Das heißt, das wird wirklich von jedem Bundesland in Niederösterreich und umgekehrt anerkannt.
00:06:10: Genauso für Gäste aus dem Ausland.
00:06:12: Wir haben sehr wohl Angler aus Deutschland oder anderen Ländern.
00:06:16: Wie stellen Sie sich sicher, dass man es nicht ausreizt, dass es nicht zu einer Übernutzung kommt, dass die Fische quasi okay sind?
00:06:23: Ja, wir haben schon vor sehr vielen Jahren begonnen, da ein sehr nachhaltiges Bewirtschaftungskonzept zu entwickeln.
00:06:28: Und funktioniert so, dass wir zum Beispiel bei den meisten Fischarten, sogenannte Küchenfenster haben.
00:06:34: Das klingt ein bisschen kryptisch.
00:06:35: Aber da geht es um das, jede Fischart hat jetzt vom Fischereigesetz her ein Mindestmaß zur Entnahme.
00:06:42: Das soll im Prinzip sichern, damit die Fische mindestens einmal im Leben ablaichen können.
00:06:46: Bei uns sind diese Brittelmasse an unsere Fische angepasst, an die Fischgrößen, damit sie schon einmal abgleicht haben.
00:06:52: Und große, wichtige Leichfische, die werden wieder geschauen.
00:06:54: Das heißt, ich darf zum Beispiel einen Hecht von siebzig bis neunzig Zentimeter entnehmen, alles was größer oder kleiner ist, muss zurückgesetzt werden.
00:07:02: Und das haben wir bei den meisten Fischarten.
00:07:04: Was für uns auch sehr wichtig ist, also für mir speziell sehr wichtig ist.
00:07:07: Wir wollen eine möglichst attraktive Fischerei gewährleisten, natürlich wieder alles im gesetzlichen Rahmen.
00:07:12: Und deswegen ist bei uns wirklich sehr, sehr viel erlaubt, zum Beispiel Nachtfischen eigentlich vor Saisonbeginn Erster Mai bis Ende November, wäre möglich.
00:07:20: Das nutzen sehr, sehr viele, bleiben dann meistens gleich zwei, drei Tage da und können direkt am See übernachten und angeln gleichzeitig, was das Ganze sicher sehr auszeichnet.
00:07:30: Haben Sie schon mal Kritik bekommen zum Thema Tierwohl?
00:07:32: wenn es um Fischerei, Angeln und Jagen geht.
00:07:36: Man kennt natürlich die Kritikpunkte aus den Medien oder aus Nachbarländern, wo zum Beispiel das Zurücksetzen von Fischen, von lebenden Fischen immer wieder ein sehr großer Kritikpunkt ist.
00:07:44: Aber das kann man eben genau dadurch argumentieren, dass wir zum Beispiel sagen, wir schützen die Fische, die noch nicht leichtfähig sind und genauso die, die einfach extrem hochwertig sind fürs Abbleichen.
00:07:57: Okay, okay, das war jetzt viel Angler Talk.
00:07:59: Ich als Outsidern muss das alles erst mal sortieren.
00:08:02: Es gibt ja auch viel Kritik an der Fischerei an sich.
00:08:05: Das muss man an dieser Stelle auch ehrlich sagen.
00:08:07: Gerade was Tierschutz und Tierwohl betrifft.
00:08:09: Und das Zurücksetzen vom Fischen ist da oft ein Thema.
00:08:12: Zurücksetzen bedeutet, dass man einen Fisch fängt und den dann wieder freilasst.
00:08:17: Das ist Günther Unfer.
00:08:18: Er ist Experte für Hydrobiologie und Gewässermenagement an der Wiener Universität für Bodenkultur.
00:08:24: Mit ihm haben wir nach dem Besuch auf Gut Ottenstein gesprochen und er hat es so erklärt.
00:08:29: An und für sich ist das Zurücksetzen per se keine Kontroverse.
00:08:32: Also das ist gesetzlich vorgeschrieben und wenn ein Fisch zu klein ist, muss er eben wieder zurückgesetzt werden.
00:08:37: Wogegen sich viele Leute aussprechen, unter anderem auch Tierschützer, ist das Verhalten des sogenannten Catch-and-Release, also einen Fisch zu fangen und den wieder freizulassen.
00:08:45: Also die Leute gehen fischen, angeln, fangen einen Fisch, aber haben sozusagen von vornherein die Absicht diesen Fisch wieder freizulassen.
00:08:53: Und da kommt man natürlich in ein ethisches Problem.
00:08:55: Also wenn der Fisch gefangen wird, dann sollte auch verwertet werden.
00:08:58: Das ist natürlich der Sinn hinter der Fischerei.
00:09:01: Man fängt ja den Fisch, um dann ein gesundes Lebensmittel zu ernten.
00:09:04: Viele Leute wollen das aber nicht mehr.
00:09:06: Die wollen nur den Fisch fangen und jeden Fisch dann wieder freisetzen.
00:09:09: Und das ist aus ethischer Sicht durchaus fragwürdig.
00:09:13: Okay, also einfach zum Spaß einen Fisch fangen und ihn dann zurück ins Wasser werfen, das geht halt einfach gar nicht.
00:09:19: Aber tatsächlich ist das bewusste Zurücksetzen nicht nur erlaubt, sondern sogar verpflichtend.
00:09:23: Ja, das Zurücksetzen von Fischen ist vorgeschrieben, wenn der Fisch diese Mindestgröße als sogenannte Brittelmaß noch nicht erreicht hat.
00:09:30: Jede Fischart hat eine gewisse Länge, ab der dieser Fisch dann entnommen werden darf.
00:09:35: Diese Länge ist so definiert, dass jede Art sich grundsätzlich einmal vermehren können sollte.
00:09:40: Also jeder Fisch sollte die Gelegenheit haben, sich einmal zu vermehren und erst dann hat er das Mindestmaß erreicht und dann darf er genommen werden.
00:09:48: Wenn Fische zurückgesetzt werden, dann ist es natürlich auch sinnvoll, mit den entsprechenden Methoden schonen zu angeln, Haken zu verwenden, die keinen Wiederhaken haben.
00:09:57: Das macht natürlich keinen Sinn, einen schwer verletzten Fisch wieder zurückzusetzen.
00:10:01: Da muss man entsprechend schonen fischen und dann kann ich natürlich auch auswählen, welchen Fisch ich nehme und welchen ich wieder zurücksetze.
00:10:10: Zurück nach Gut Ottenstein.
00:10:12: Dort ist es natürlich auch wichtig, sich an Regeln zu halten, vor allem beim Fischen.
00:10:17: Aber auch sonst, sagen Bernhard Berger und Alexander Warringer.
00:10:20: Sollte irgendwer über die Schnur hauen, ja z.B.
00:10:23: verbotene Dinge als Köder verwenden, wie z.B.
00:10:25: den lebenden Köderfisch, dann ahnden wir das sehr, sehr streng, also das wird angezeigt natürlich, muss ich anzeigen als Bewirtschafter.
00:10:32: Und gleichzeitig wird auch eine lebenslange Sperre ausgesprochen.
00:10:35: Und gleichzeitig ist das aber auch die Belohnung für eine Idee, die sie an die Spürregeln halten.
00:10:41: Und darum ist auch die Fischereiaufsicht ein ganz wichtiger wesentlicher Punkt, damit wir das eben gewährleisten können.
00:10:47: Wir haben natürlich sehr viele unterschiedliche Nutzer dieser Natur.
00:10:51: Da kommt es auch immer wieder einmal zur Reibung, das ist klar.
00:10:54: Aber
00:10:55: man muss halt auch sagen, es gibt gewisse Regeln, was darf ich nicht, was darf ich?
00:10:59: Also Radfahren am Forstweg ist halt einfach nicht erlaubt, nur auf den gekennzeichneten Mountainbikewegen oder Radwegen eben.
00:11:05: Und man muss eben auch ganz klar Nein sagen können, dass man sagt, okay, bis hierher und alles andere ist wieder erlaubt.
00:11:13: Ich glaube, die große Herausforderung ist das Umwelt, das Naturbewusstsein der Personen, die bei uns aufschlagen.
00:11:20: Das ist glaube ich ganz was Wesentliches.
00:11:21: Also extrem was zum Beispiel während der Pandemie, wo auf einmal das Wildcampen total in Mode gekommen ist.
00:11:28: Also ohne Rücksicht auf Verluste, wo man wirklich sehr wohl sehr oft einschreiten hat müssen.
00:11:32: Also nicht nur das Camping an sich, sondern zum Beispiel auch das Feuer machen.
00:11:35: Aktuell hätten wir zum Beispiel die Waldbrandverordnung, das heißt im ganzen Bezirksgebiet, Zwettl.
00:11:41: Der für reintheoretisch nicht einmal Zigaretten rauchen im Freiland.
00:11:45: Und natürlich Lagerfeuer ist ganz streng verboten.
00:11:47: Die Konsequenzen kennen wir ja, was dabei passieren kann.
00:11:50: Also wir sind da sehr gefordert gemeinsam mit der Exekutive, dass wir da wirklich schauen, dass das alles im Rahmen ist und da keine Übertretungen passieren, eben um unsere Natur zu schützen.
00:12:03: Die Natur zu erhalten.
00:12:05: Das ist das größte Anliegen von allen, die hier involviert sind.
00:12:08: Das ist ja auch das Erbe der jahrhundert alten Stiftung, der Gut Ottenstein gehört.
00:12:13: Das heißt, es geht um langes Denken, also nachhaltiges Entwickeln, wobei nachhaltig jetzt nicht hier nur ein Schlagwort sein soll, sondern wirklich langfristiges Denken.
00:12:24: Wir wollen mit der Region hier arbeiten, mit der Natur arbeiten und das braucht einfach Zeit.
00:12:29: Und es gibt hier keine schnellen TikTok-Themen, sondern langfristig Zeit zum Reifen, sagt man beim Wein, also genauso ist es da auch.
00:12:41: Biologischer Karpfen braucht auch Zeit, um zu reifen, damit er den guten Geschmack entwickelt.
00:12:45: Gut überlegt, also einfach nicht schnell, sondern sich zuerst wirklich die Optionen ansehen und dann entwickeln.
00:12:55: Eine große Entwicklung steht der Region möglicherweise in den nächsten Jahren bevor.
00:12:58: Das Gebiet um Gut Ottenstein wird nämlich vielleicht zum Nationalpark.
00:13:02: Niederösterreich hat bislang zwei Nationalparks, in den Donauen und im Thayatal.
00:13:08: Der Nationalpark Kampwald soll Nummer drei werden.
00:13:10: weil es in der Gegend so viel alten Waldbestand gibt, so viel Biodiversität und so viel unberührte Natur.
00:13:17: Das Gut Ottenstein kann hier Teil werden dieses Nationalparks, sprich ist Grundeigentümer einer großen Fläche, die zum Nationalpark erklärt werden könnte.
00:13:28: Es ist eine Zukunftsvision der Politik aus dem Land Niederösterreich.
00:13:32: Wir sehen dem Ganzen sehr positiv entgegen, weil es natürlich für die Region, für uns, für den Betrieb hier schon sehr positive Auswirkungen haben wird.
00:13:40: Die Gegend um die Stauseenkette ist natürlich jetzt schon extrem beliebt.
00:13:44: Und eben nicht nur für Tagesgäste.
00:13:46: Die Leute wollen gleich mehrere Tage bleiben und sich hier alles anschauen.
00:13:50: Wandern, Radfahren, schwimmen oder eben in Ruhe angeln.
00:13:54: Gut Ottenstein hat auf diese Nachfrage reagiert und zwanzigeinundzwanzig die Seehäuse Dobra am kleineren Dobra Stausee gebaut.
00:14:00: Zuerst waren es nur drei, mittlerweile sind es schon neun Stück.
00:14:03: Sie sind teilweise aus eigenem Holz gemacht, voll ausgestattet und sie stehen in Gruppen zu je drei Hausern im Wald.
00:14:09: Ein paar Schritte vom See entfernt.
00:14:11: Also mal grundsätzlich alleine sein.
00:14:14: Natur, Wasser, Wald, kein Stress, Ruhe.
00:14:18: Wobei natürlich im Sommer schon viel los ist, aber die Randsaison da ist dann tatsächlich Ruhe.
00:14:25: Frühling, Herbst oder Winter, wir haben ganzjährig offen.
00:14:28: Ganzjährig buchbar sind Selbstversorger, Häuser.
00:14:32: Wobei wir natürlich die Fische aus der eigenen Teichwirtschaft hier dann auch
00:14:36: anbieten können.
00:14:40: Wir fahren hin.
00:14:44: Vom Gut Ottenstein sind es nämlich noch gute zehn Minuten mit dem Auto, bis man beim Dobra Stausee ist.
00:14:53: Deshalb haben die Seehäuser in dem Sinne auch keine Rezeption.
00:14:55: Man checkt via Code kontaktlos ein und aus.
00:14:58: Und das Essen fängt man sich am besten selber im See.
00:15:01: Oder man holt sich frische Ware vom Gut.
00:15:04: In der Nähe gibt es auch einen Campingplatz mit einer Kantine.
00:15:06: die aber nicht immer offen hat.
00:15:08: Es passiert auch sehr oft, dass zum Beispiel die jüngere Generation campen ist am Campingplatz, der direkt daneben liegt und die Großeltern-Generation im Seehaus ist und so ein bisschen mehr Komfort haben.
00:15:20: Und wenn Gäste kommen, was überrascht sie am meisten?
00:15:24: Dass man doch nach ein, zwei Tagen dann auch im Grunde wirklich zur Ruhe kommt.
00:15:29: Das ist das große Learning bei den Gästen meistens.
00:15:35: Beim Ankommen fällt mir gleich einmal die Feuerstelle auf.
00:15:38: Es gibt immer eine Pro-Häusergruppe.
00:15:39: Ich sehe so richtig vor mir, wie man da abends zusammensitzt und Erdäpfel, Fische oder auch Marshmallows ins offene Feuer hält.
00:15:48: Also wenn nicht gerade Waldbrandgefahr herrscht natürlich.
00:15:54: Wir haben Glück.
00:15:54: Es ist zwar Hochsaison, aber eines der Häuser ist gerade frei und wartet auf die nächsten Gäste.
00:15:59: Wir können also kurz rein und uns umschauen. Rechts ein kleines Schlafzimmer
00:16:08: Links ist das Badezimmer ,Das sehen wir noch, das ist der Wohnbereich
00:16:13: einmal.
00:16:15: Das sind so im um die Fünfzig-Fünfundfünfzig Quadratmeter.
00:16:19: Und die Terrasse.
00:16:24: Das ist so kuschelig.
00:16:26: Es passiert schon immer wieder, dass natürlich auch größere Gruppen auch da sind.
00:16:30: Also sechs, sieben, acht Leute.
00:16:32: Dann wird es aber richtig eng.
00:16:34: Dann gibt es Zusatzbetten
00:16:35: machen.
00:16:36: Ja, das stelle ich mir für so ein Mädchentrip vor.
00:16:40: Alle
00:16:41: drei Häuser gemeinsam, größere Gruppe.
00:16:43: Grillen wir am Abend.
00:16:45: Das ist sehr, sehr nett.
00:16:49: Danke, dass wir rein schauen durften.
00:16:52: Aus mir wird wahrscheinlich keine Anglerin werden.
00:16:54: Ich hätte die Geduld nicht.
00:16:55: Und ehrlich gesagt esse ich keinen Fisch.
00:16:58: Aber eine Auszeit in der feschen Waldhütte, mit dem Stausee, quasi vor der Haustür.
00:17:02: Das lasse ich mir einreden.
00:17:04: Über den schlechten Handyempfang ärgert man sich, wenn überhaupt, eine halbe Stunde.
00:17:08: Und dann atmet man durch.
00:17:13: und freut sich darüber.
00:17:15: Alle Infos und Links zu den Seehäusern Dobra und dem Gut Ottenstein gibt's wie immer in den Shownotes.
00:17:20: Und wir bleiben noch ein bisschen in der Gegend und schauen, was es hier noch zu sehen gibt.
00:17:24: Die zwei Herren vom Gut Ottenstein haben mir nämlich noch Tipps mitgegeben.
00:17:30: Selected Secrets.
00:17:32: Tipps aus der Region.
00:17:34: Auf dem Schloss Waldreichs, ich hab's ja vorhin erwähnt, gibt es nicht nur die Hirsch Statue im Schlosspark, sondern es gibt auch echte Tiere.
00:17:41: Falken und andere Greifvögel nämlich.
00:17:43: Das Falknereien Greifvogelzentrum Waldreichs veranstaltet mit ihnen regelmäßig spektakuläre Flugshows.
00:17:49: Da habe ich auch wieder was gelernt.
00:17:51: Falknerei ist nämlich seit Zwei-Tausend-Elf immaterielles UNESCO-Weltkulturerbe.
00:17:56: Also wenn ihr gerne in den Himmel schaut, das muss man bei so einer Show nämlich und keine Angst vor großen Vögeln im Sturzflug habt, dann ist das auf jeden Fall eine ziemlich spannende Geschichte.
00:18:05: Zweiter Tipp, eine Wanderung entlang des Teichwanderwegs rund um Schloss Waldreichs.
00:18:11: Es ist ein ebener Wanderweg, also für jedes Alter, geeignet und erführt durch die Teichwirtschaft am Gutottenstein.
00:18:17: Man kann dort zum Beispiel was über die Waldviertler Karpfen-Teichwirtschaft lernen oder einfach nur die Ruhe genießen.
00:18:23: Auf Wunsch gibt es auch individuelle Führungen, bei denen man an manchen Stellen sogar direkt unter Wasser in den Teich hineinschauen kann.
00:18:32: Und wer wirklich ein bisschen mehr vom Angeln wissen will, kann auch beim Schnupper-Angeln am Schlossteich Waldreichs oder beim Angelguiding am Stausee Ottenstein oder Dobra mitmachen.
00:18:41: Links dazu gibt's wie immer in den Shownotes.
00:18:48: Das war Urlaubsgeschichten zum Bleiben.
00:18:51: Heute mit Alexander Warringer und Bernhard Berger vom Gut Ottenstein.
00:18:55: Ich bin Christl Clear und ich freue mich darauf, auch nächstes Mal wieder mit euch durch Niederösterreich zu reisen und Orte zum Bleiben zu erkunden.
00:19:04: Wenn euch diese Folge gefallen hat, dann abonniert den Podcast.
00:19:07: Ich freue mich aber auch über Feedback oder eine Bewertung in eurer Podcast-App.
00:19:12: Und natürlich Sharing is Caring.
00:19:15: Teilt den Podcast mit anderen Menschen.
00:19:17: Ihr kennt sicher jemanden, der oder die auch mal wieder eine Auszeit braucht, oder?
00:19:22: Na bitte, dann bringt ihr sie mit dem Podcast sicher auf ein paar Ideen.
00:19:26: Ich sage jedenfalls, danke fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal.
00:19:34: Urlaubsgeschichten zum Bleiben.
00:19:42: Ein Podcast von Niederösterreich
00:19:48: Tourismus.
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