#5 Green Retreat statt Spa-Luxus
Shownotes
Wie wäre es, im eigenen Chalet aufzuwachen, barfuß durch den Garten zu gehen und direkt in einen glasklaren Badesee zu springen?
Christl Clear besucht die Kittenberger Chalets am Gartensee in Schiltern bei Langenlois und spricht mit Reinhard Kittenberger über Gartentourismus, Nachhaltigkeit und die Wirkung von Natur auf Körper und Geist.
In dieser Folge erfahrt ihr:
- Warum Gärten nachweislich Stress reduzieren – erklärt von Verhaltensbiologin Dr. Elisabeth Oberzaucher (Universität Wien).
- Wie aus den Kittenberger Erlebnisgärten ein Chaletdorf mit vier Haustypen und 20 Themengärten entstanden ist.
- Was den Gartensee so besonders macht und warum er mehr ist als nur ein Badesee.
- Wie Naschgärten, Frühstückskorb und Regionalität den Aufenthalt prägen.
- Warum Alpaka-Wanderungen und Gartenarbeit hier ganz selbstverständlich zum Urlaub dazugehören.
Selected Secrets – Tipps aus der Region:
- Kittenberger Chalets am Gartensee – Urlaub im Gartenparadies
- Kittenberger Erlebnisgärten
- Weinweg Langenlois im Kamptal
Interviewpartner:innen:
Reinhard Kittenberger (Eigentümer / Unternehmer),
Dr. Elisabeth Oberzaucher (Verhaltensbiologin, Universität Wien)
Credits
- Produktionsleitung: Jeanne Drach
- Konzeption: Jeanne Drach, Anna Muhr, Christiana Naue-Hess, Tina Scharka, Andrea Leppich
- Redaktion und Text: Anna Muhr, Christl Clear
- Gesprochen von: Christl Clear
- Signation / Musik: Marten Kaffke
- Postproduktion: Catharina Ballan, Anna Muhr
Dieser Podcast wurde produziert von OH WOW.
Transkript anzeigen
00:00:00: Und dann blühen jetzt die Hortensien ja noch immer, die Rosen haben geblüht, fangen noch mal an, die Stauden blühen immer wieder, also es blüht durchgehend.
00:00:07: Und es darf auch ein bisschen so wild sein, es ist wildromantik, das Ensemble.
00:00:10: Ich habe immer gesagt, ich bin der Dirigent meines Gartens und die Pflanzen sind meine Musiker.
00:00:15: Und je mehr die zusammen miteinander verschmelzen, umso schöner wird die Wahrnehmung der Musik oder in dem Sinn des Gartens.
00:00:21: Super.
00:00:22: Rückzugsmöglichkeit.
00:00:24: Trotzdem am Wasser.
00:00:26: Du musst
00:00:27: keinen
00:00:27: sehen und keinem begegnen.
00:00:29: Du kannst das Frühstück bei der Tür entgegennehmen, es ist einfach spitze.
00:00:37: Wir haben ja den Großteil unserer Evolutionsgeschichte in Naturumgebungen verbracht und dementsprechend haben wir umfangreiche positive Auswirkungen auf Menschen, die wir beobachten können, von Natur-Elementen.
00:00:51: Also das ist vor allem Wasser, das sind Pflanzen.
00:00:54: Wenn ich nie Ausgleich habe, wenn ich jeden Tag nur mit Handys, mit Elektronik unterwegs bin, mit Schuhe angezogen, nicht barfuß geh, dann wird meine Energie mich irgendwann einmal darin zerreißen und ich werde es nicht loswerden.
00:01:05: Wenn ich aber einen Baum angreife, eine Pflanze einsetze, mich täglich einmal erde, dann bin ich ein anderer Mensch.
00:01:14: Ich weiß nicht, wie ihr es mit dem Garteln haltet, aber ja, mal was umgraben, etwas pflücken, den Duft von frischen Obst oder schönen Blumen tief einatmen.
00:01:23: Das ist auf jeden Fall eine Erfahrung, die einen, naja, erdet.
00:01:27: Man kann das natürlich im eigenen Garten machen, so wie ich es gerne tue.
00:01:31: Sofern man einen hat, aber den haben nun mal nicht alle.
00:01:35: Wir schauen uns heute einen Ort im Waldviertel an, wo man hinkommt und sich direkt wie daheim fühlt.
00:01:40: Nur halt mit eigenem See, eigenen Weingarten und Alpakas auf der Wiese.
00:01:45: Und wir sprechen auch darüber, was die Natur wirklich mit Körper und Gehirn macht.
00:01:54: Urlaubsgeschichten zum Bleiben.
00:02:02: Ein Podcast von Niederösterreich Tourismus.
00:02:05: Ich bin Chrisl Clear, Autorin, Podcasterin und Influencerin.
00:02:09: Und ich sag's euch ehrlich, ich mag's in der Großstadt.
00:02:12: Aber je älter ich werde, desto mehr zieht es mich irgendwo hin, wo es etwas ruhiger ist und ... wo Entschleunigung auf mich wartet.
00:02:21: Deshalb liebe ich es für diesen Podcast immer wieder, ur schöne Orte zu entdecken, wo man genau das findet.
00:02:27: Natur, Entspannung, aber trotzdem auch Geschichten und Menschen, die einen zum Nachdenken anregen und noch lange begleiten.
00:02:36: Niederösterreich kann in der Hinsicht echt einiges.
00:02:39: Und es ist oft nicht einmal eine Stunde von Wien entfernt.
00:02:42: Jackpot.
00:02:44: Willkommen zu Urlaubsgeschichten zum Bleiben.
00:02:47: Ich freue mich, dass ihr wieder mit mir unterwegs seid.
00:02:50: Heute in den Kittenberger Chalets am Gartensee in Schiltern bei Langenlois.
00:02:55: Grün ist die Farbe, wo wir alle zum Lächeln beginnen.
00:02:58: Ich glaube, sie werden noch nicht gelächelt haben, wenn sie einen Blumenstrauß bekommen.
00:03:02: Egal, von wen sie bekommen.
00:03:04: Blumen sind immer das Lächeln der Natur.
00:03:07: Und wir schaffen es hier wirklich, mit diesen vielen grünen, grünen Tönen, die Menschen zu positiven Gedanken zu bringen.
00:03:15: Reinhard Kittenberger trägt ein grünes Shirt.
00:03:18: Und er lächelt.
00:03:19: Er hat auch viel Grund dazu.
00:03:21: Seine Kittenberger Erlebnisgärten im Waldviertel sind seit vielen Jahren ein extrem beliebtes Ausflugsziel und auch der Gartengestaltungsbetrieb ist erfolgreich.
00:03:29: Und weil viele Menschen den Garten eben nicht nur besuchen, sondern am liebsten gleich dort bleiben wollen, hat Kittenberger, auch da für den richtigen Ort geschaffen.
00:03:38: Die Chalets am Gartensee.
00:03:40: Die Kittenberger Erlebnisgärten sind einfach ein Ausflugsziel, das man kennt.
00:03:44: Das ist ein Klassiker, würde ich sagen.
00:03:46: Und jetzt mit dem Chalet-Dorf dazu hat das noch einmal ein neues Level erreicht.
00:03:50: Wie sind Sie auf die Idee gekommen?
00:03:52: Und was hat sie motiviert?
00:03:54: Wenn ich jetzt einen Garten einen Tag als Ausflugsziel erleben kann, warum kann ich einen Garten nicht erleben als Urlaubstestination?
00:04:03: Ich glaube, man erlebt Garten in seiner vollsten Sinnesform mit allem, was man sich so vorstellen kann.
00:04:09: Normalerweise gehe ich in ein Hotel und dort habe ich halt irgendwo meinen ganzen anderen Abläufe, aber hier ist es anders.
00:04:15: Hier gehe ich rein und ich bin zu Hause.
00:04:17: Ich bin angekommen als wäre ich in meinem eigenen vier Wänen, in meinem eigenen Garten.
00:04:22: Ich erlebe Blüten von Februar bis Ende Jänner, weil es geht über den Winter bei uns durch mit den Winterblühern.
00:04:30: Ich habe was für die Botaniker, ich bin eigentlich am Wasser, ich habe direkt meinen Zugang.
00:04:34: Also ich kann wirklich hier die Seele baumeln lassen und spreche alles hin an, wenn ich nur denke, dass wir unseren Obstgarten, unseren Naschgarten haben, wo die Menschen den ganzen Sommer über von den Paradeisern, über den Äpfeln bis zu den Himbeeren, Brombeeren, Erdbeeren alles ernten und erleben und erschmecken können, erfüllen können.
00:04:52: Ich glaube, da ist es schon ein Garten für alle Sinne.
00:04:55: Kleiner Disclaimer, ich habe schon mal mit meinem Mann übernachtet.
00:04:59: Alles, was Herr Kittenberger uns erzählt und zeigt, habe ich also schon einmal selbst ausprobiert.
00:05:03: Bei uns hat es noch damals Urviel geregnet.
00:05:07: Heute scheint die Sonne über dem Gartendorf.
00:05:09: So schaut das hier nämlich aus.
00:05:11: Wie ein Dorf, eine kleine Community.
00:05:13: Die Chalets sind unterschiedlich groß und es gibt sie in vier verschiedenen Stilen.
00:05:17: Das hat Herr Kittenberger absichtlich so gemacht.
00:05:19: Er will, dass die Gäste wiederkommen und alle Chalets ausprobieren.
00:05:22: Ich habe es so gemacht, dass ich vier verschiedene Haustypen gemacht habe und ein noch ein bisschen schwieriger gemacht.
00:05:29: Ich habe fast zwanzig verschiedene Gärten dazu angelegt.
00:05:33: in den Erlebnisgärten gewohnt war.
00:05:34: Das heißt, der Gast hat einmal die schwierige Wahl, zu sagen, möchte ich jetzt in einem Landhaus mit Holz, also eher Alpine-Richtung haben, oder will ich einen modernen Bungalow haben, die Seewielen oder die Gartensstudios, oder möchte ich doch auch ganz rustikal, so wie unsere Winzer in der Umgebung auch immer leben, in so einem Winzerstöckel wohnen.
00:05:55: Und wie gesagt, dazu gibt es dann noch die verschiedenen Gärten.
00:05:58: Jedes Haus hat einen verschiedenen Garten vom Garten der Liebe, zum Garten der Sehnsucht.
00:06:02: bis zum toskanischen Garten, bis zum asiatischen Garten, aber natürlich auch die natürlichen Formen wie natürlicher Steingarten, und und und Bauerngärten.
00:06:11: Also verschiedenste Gartentypen.
00:06:13: Und dadurch wird es ein bisschen schwieriger, sich am Anfang zu entscheiden.
00:06:16: Was alle Chalets gemeinsam haben, ist der Zugang zum Wasser.
00:06:20: Glasklar Türkisblau.
00:06:22: Ich sag's euch, ein Traum.
00:06:23: Ich wär am liebsten gleich reingesprungen, obwohl das Wasser heute nur einundzwanzig Grad hat, wie uns der Chef wissen lässt.
00:06:30: Wenn man da schnell reingeht, dann sind einundzwanzig Grad angenehm.
00:06:32: Sie sehen diesen Gartensee, wir haben damals nicht gewusst genau, wie nenne ich einen Schwimmteich, der dreieinhalb Tausend Quadratmeter groß ist.
00:06:39: Wenn ich dann hinschreibe Schwimmteich, dann erwarte ich mir etwas Kleineres.
00:06:43: Wenn ich einen See erwarte, erwarte ich mir drei Hektar.
00:06:46: Und somit habe ich einen Gartensee, könnte unter Umständen genau die Erwartungshaltung erfüllen, die wir haben.
00:06:54: Die Gäste schwimmen hier durch, können aber auch immer wieder, jeder seinen privaten Eingang.
00:06:59: Und man sieht hier die Sauna im Garten, oder man sieht die... Die heiße Badewanne, wir haben ja auch teilweise heiße Badewanne, die wir beheizen können, wo ich mir dann sozusagen die Temperatur einstellen kann, wie ich es haben möchte.
00:07:09: Und die ganze ganzen Abend und am Sternenhimmel in der Badewanne liegt oder in die Sauna geht und von der Sauna direkt ins Wasser hinein.
00:07:16: Das Wasser ist hier glasklar.
00:07:18: Wir sind auch sehr dahinter, das ist unser USP, dieser Teich, der wird auch immer wieder gereinigt und immer wieder geschaut, dass sich ja nichts daran bewegt.
00:07:25: Wir sind jetzt gleich dabei, Roboter zu entwickeln, die auf dieser Größe funktionieren.
00:07:29: Man merkt.
00:07:30: Es ist alles gut durchdacht hier.
00:07:32: Reinhard Kittenberger erzählt mir, er hat sich jahrelang überall auf der Welt andere Chaletdörfer angeschaut, bevor er ein eigenes gebaut hat.
00:07:39: Was ist etwas, das Sie in diesem Chaletdorf umgesetzt haben, was ihnen an einem anderen gefehlt hat?
00:07:43: Die
00:07:44: Großzügigkeit, dass wir viel Platz zwischen den einzelnen Häusern haben, damit eben, wenn ich auf der Terrasse sitze, oder man gerade das Glas Wein trinkt und eine lautstarker oder eine gute Stimmung gerade verbreitet, der Nachbar so wenig wie möglich gestört wird.
00:07:58: Und das Thema Ruhe war ganz einfach das Wichtigste, darum auch den Standort hier ausgesucht zu sagen, wo muss ruhig sein?
00:08:04: Denn wo will ich Urlaub machen?
00:08:06: Ja, vielleicht die Jugend würde vielleicht gerne ein bisschen in der Stadt sein, aber ich denke, die daher zu uns kommen, die suchen wirklich diese Ruhe.
00:08:15: Falls ihr euch das jetzt fragt, ja, Kinder sind trotzdem willkommen und Hunde auch.
00:08:21: Für Hunde gibt es sogar einen eigenen Teich.
00:08:23: Wie lieb ist das?
00:08:24: Aber die Idee geht voll auf.
00:08:26: Man kann hier echt für sich sein.
00:08:27: Man checkt ein und dann entscheidet man selber, wie viel Service man will.
00:08:31: Ob jeden Tag jemand das Bett neu macht oder ob man es lieber einfach selber macht.
00:08:35: So ist es auch mit dem Essen.
00:08:36: Die Chalets haben eine Küche zum selber kochen.
00:08:39: Es gibt aber auch einen Shop.
00:08:40: Da kann man sich Snacks holen und den Wein für den gemütlichen Abend.
00:08:43: Und in der Früh gibt es einen Frühstückskorb an der Tür.
00:08:46: Was drin ist, erzählt uns ein Paar aus Wien, das wir beim Rundgang treffen.
00:08:50: Die haben den Korb nämlich gerade erst ausgepackt.
00:08:54: Vier Eier waren drin.
00:08:56: Ein köstlicher Wecken.
00:08:59: Die waren wirklich spitze.
00:09:01: Marmelade, zwei verschiedene Marmeladen.
00:09:04: Selbstgemachte.
00:09:07: Was für unseren Gästen immer wieder mitteilen ist.
00:09:09: diese nachhaltige Regionalität.
00:09:11: Das heißt, wir versuchen halt alles, was wir bei uns ernten im Garten.
00:09:16: Weiß ich, ist hundertprozentig ohne chemische Aufbereitung gemacht.
00:09:21: Das heißt, wir haben hier unseren eigenen Kompost.
00:09:23: Unsere Abfälle aus der gesamten Gartenpflege wird bei uns gehexelt, wird kompostiert.
00:09:29: Diese Erde wird wieder in den Boden eingebracht.
00:09:32: Regionalität und Nachhaltigkeit sind ein großes Thema für Reinhard Kittenberger.
00:09:36: Vom eigenen Kompost, dem biologisch gereinigten Wasser, bis zu den Chalets aus Holz, quasi grün auf allen Ebenen.
00:09:43: Wenn man z.B.
00:09:44: bei den Himbeeren erntet oder wenn wir Erdbeeren ernten oder wenn wir jetzt aus den vierzig verschiedenen Paradeissorten, die wir nur hier geplant haben, wenn man die jetzt von der Staude runter isst, dann schmecken die nach Sonne, dann schmecken die nach Natur.
00:09:58: Das
00:09:58: Ding ist, man kann hier wirklich alles direkt von der Staude oder vom Strauch essen.
00:10:02: Das ist sogar erwünscht.
00:10:03: Na schaht man heißt das hier.
00:10:05: Und hier ist eben diese Naschgarten.
00:10:07: Die sind Naschgarten, die von unseren Gärten an sich betrieben.
00:10:09: Von den Erdbeerenbeginn, die über Heidelbeeren, Riebieseln, jetzt wie gesagt, die Paradeiser sind überall reif.
00:10:14: Man sieht hier, die Roten sind schnell weg, die Gelben merken sie erst dann, wenn sie hingehen und kosten, dass sie auch schon reif sind.
00:10:20: Oder Zucchinis, Chilis, Paprika gibt's jede Menge und alles, was hier ist, wird geerntet.
00:10:26: Und jetzt kommen dann die Weintrauben.
00:10:28: Und wann stellt uns Herr Kittenberger Johnny vor?
00:10:30: Eines von den wirklich cuten Alpakas.
00:10:34: Und es ist Liebe auf den ersten Blick, auch wenn es nur einseitig ist.
00:10:39: Hier machen wir einmal in der Woche mit den Gästen eine Alpaka- und Ziegenwanderung.
00:10:43: In der Weihnachtszeit oder um die Weihnachtszeit gehe ich ja selber mit und da haben wir dreißig Leute vom Chalet und jeder hat ein Tier.
00:10:49: Da gehen wir wirklich mit allen Ziegen, mit allen Schafen an der Leine.
00:10:52: Warum glauben Sie, ist Gartentourismus grad so beliebt?
00:10:56: Wir leben momentan in einer Situation, wo wir mit sehr viel Angst, mit sehr viel Unsicherheit immer wieder konfrontiert sind.
00:11:04: Garten zeigt uns, dass der Herbst etwas Vergängliches ist, der Frühling etwas Neues ist.
00:11:10: In der chinesischen Lehre des Gartens oder japanischen Gärten zeigt man immer wieder die Füllungsblüte als der Beginn des neuen Lebens und so weiter.
00:11:19: Ich glaube, dass das auch einmal zum einen ein Teil sein kann.
00:11:21: Zum anderen leben wir in einer Blütenvielfalt in einem grün Schattierungselement von hellgrün, mei-grün bis zum dunkelgrün.
00:11:31: Ich
00:11:31: spüre es wieder.
00:11:32: Die Umgebung, die Blumen, Pflanzen und Bäume wirken auf mich.
00:11:36: Ist übrigens auch wissenschaftlich belegt, hat mir Dr.
00:11:39: Elisabeth Oberzaucher bestätigt.
00:11:41: Sie ist Verhaltensbiologin an der Uni Wien.
00:11:43: Da gibt es eineseits kognitive Effekte, dass wir uns wirklich unser Gehirn sich erholen kann.
00:11:50: Ein weiterer Punkt ist, dass wir wirklich Stress abbauen.
00:11:53: Das wirkt sich dann natürlich auch auf die psychische und physische Gesundheit aus.
00:11:58: Wenn Natur auf uns wirkt, sind wir weniger gestresst und das bedeutet dann in weiterer Folge, dass wir besser mit den Stressoren des Alltags umgehen können.
00:12:10: Zusammengefasst kann man sagen, je intensiver die Naturerfahrung ist, also wenn man wirklich in einem naturbelassenen Wald unterwegs ist, dann ist diese Naturerfahrung auch effektiver in ihrer positiven Auswirkung auf uns Menschen, aber selbst Kleine... Interventionen wie eine Grünpflanze auf meinem Schreibtisch kann schon positive Auswirkungen auf mich haben.
00:12:37: Okay, aber wie misst man diesen positiven Effekt eigentlich?
00:12:40: Also um Stress zu messen wird zum Beispiel die Hautleitfähigkeit oder die Herzrate gemessen und daran kann man ablesen, wie sich das Ganze entwickelt.
00:12:51: Hormone sind auch ein Aspekt, den man untersuchen kann.
00:12:57: Hautleitfähigkeit und Herzrate, die sagen uns unmittelbar jetzt in diesem Augenblick, wie geht es den Menschen, während Hormone eher eine etwas zeitverzögerte Antwort geben darauf, wie es den Menschen ergangen ist.
00:13:12: Darüber hinaus kann man auch messen, wie bestimmte Aspekte des Immunsystems aufgestellt sind.
00:13:20: Wenn wir permanent unter Stress stehen und wenn es uns permanent schlecht geht, dann kann das Immunsystem und die Funktionalität des Immunsystems eingeschränkt werden.
00:13:32: Auch daraus kann man sozusagen Rückschlüsse ziehen über Langzeitwirkungen.
00:13:38: Reinhard Kittenberger sagt, er merkt diese positiven Grüneffekte nicht nur bei den Gästen, sondern auch in der Belegschaft, die täglich in seinen Gärten oder im Chaletdorf arbeitet.
00:13:46: Ich sehe das immer bei unseren Mitarbeitern.
00:13:48: Wir haben sehr viele Menschen mit Asperger-Syndrom, mit anderen Behinderungen oder mit psychischen Erkrankungen, die auf einmal bei uns wieder aufgehen und Leistungen erbringen wollen.
00:13:57: So der Wahnsinn hätte ich mir vorher nicht gedacht.
00:14:00: Finde ich urspannend.
00:14:01: Deshalb habe ich Elisabeth Oberzaucher auch dazu nochmal gefragt.
00:14:04: Wirkt eine Naturumgebung besonders stark auf neurodivergente Menschen oder Menschen mit Behinderungen?
00:14:09: Was sagt die Forschung dazu?
00:14:11: Personen mit Behinderungen, man denkt im Alter hauptsächlich an Personen mit Mobilitätseinschränkungen, aber auch Menschen, die eben nicht nur schlecht sehen, sondern vielleicht gar nicht sehen und beim hören, ist es ähnlich.
00:14:30: Aber natürlich gibt es auch kognitiven psychische Einschränkungen, die Menschen in ihrem Alter behindern können.
00:14:38: Die Natur ist an sich, was ihre Komplexität betrifft für Menschen mit eingeschränkten Fähigkeiten, egal auf welcher Ebene, durchaus ein Wohlfühlort.
00:14:52: In der Regel kann man sagen, dass die Anzahl der Menschen auf die Natur positiv wirkt, die Anzahl der Menschen auf die Natur nicht diese positiven Auswirkungen hat, bei weitem überwiegt.
00:15:02: Ein Ort zum Wohlfühlen sollen die Gärten hier jedenfalls wirklich für alles sein, das betont Kittenberger.
00:15:07: für die Gäste und eben auch für die Mitarbeiterinnen.
00:15:10: Dies sieht er nämlich als sein größtes Potenzial und gleichzeitig auch als große Herausforderung.
00:15:15: Wir lieben Menschen.
00:15:16: Und wenn wir Menschen lieben, dann meinen wir zum einen unsere Gäste.
00:15:19: Zum anderen meine ich aber auch unsere Mitarbeiter.
00:15:21: Und wir können nicht immer über die Mitarbeiter drüberfahren, sondern wir müssen mit ihnen gemeinsam etwas erarbeiten.
00:15:27: Und wenn die dann auch Freude und Spaß dabei haben.
00:15:29: Und jetzt komme ich auf die größte Herausforderung, sind die Mitarbeiter.
00:15:33: Die Mitarbeiter nämlich zu halten, die Mitarbeiter zu bekommen.
00:15:36: Wir sind in der glücklichen Lage, dass wir sehr viele Menschen wieder in der Bewerbung haben.
00:15:41: Aber der Trend, diese Teilzeit zu arbeiten, oder weniger zu arbeiten, ist für mich nachvollziehbar, vollkommen klar, aber wenn ich Menschen nicht überzeugen kann, dass der Beruf, den wir hier haben, eine Berufung ist, dass dieses Gartenthema für dich teil, dieser Work-Life-Balance ist und dass ich nicht immer nur Freizeit heißen muss, dass ich den ganzen Tag am Handy nur schauen muss oder mir Podcast anhören darf, was ja auch möglich ist, aber das kann ich auch neben dem Job anhören.
00:16:12: Man muss seinen Beruf wieder lieben.
00:16:14: Man muss die Menschen lieben, was ich schon einmal gesagt habe.
00:16:16: Dann mache ich diesen Beruf.
00:16:17: Und da merke ich momentan, dass es immer schwieriger derzeit gerade ist.
00:16:22: Und das wird sich bald wieder drehen.
00:16:23: Ich finde es interessant, dass Sie glauben, dass sich es umdrehen wird.
00:16:26: Ich glaube, es wird sich einpendeln.
00:16:27: Nein, es wird sich umdrehen.
00:16:29: Ich bin davon überzeugt, es wird sich umdrehen.
00:16:31: Die Menschen werden wieder mehr arbeiten müssen, denn das wieder etwas schaffen wollen, das auch wieder Sinn macht.
00:16:38: mir ein neues Auto zu kaufen.
00:16:39: Sinn macht mir vielleicht doch ein Haus mit einem Garten anzulegen.
00:16:42: Oder Sinn macht, alleine hier mal Urlaub zu machen.
00:16:45: Da muss ich etwas tun dafür.
00:16:47: Und deshalb glaube ich, dass es sich nicht nur einpendeln wird, sondern dass es sich in den nächsten zwanzig Jahren wieder ein bisschen umdrehen wird.
00:16:53: Reden wir dann in zehn Jahren, zwanzig Jahren nochmal.
00:16:55: Gerne.
00:16:56: Lassen Sie mir wieder ein.
00:16:57: Dann reden wir.
00:16:57: Ich bin
00:16:57: dann mit dem Stecken hier wahrscheinlich, wenn ich fünfundachtzig bin.
00:17:01: Aber gerne.
00:17:02: Reinhard Kittenberger hat sein Unternehmern, zuerst die Pflanzenproduktion und die Gartengestaltung, dann die Erlebnisgärten und jetzt die Chalets, seit den Achtzigerjahren aufgebaut.
00:17:10: Er hat mir erzählt, dass er so viel gearbeitet hat, dass deswegen auch zwei Beziehungen kaputt gegangen sind und dass das Hochwasser, zwanzig zwei, ihm fast alles ruiniert hätte.
00:17:19: Aber er hat durchgehalten.
00:17:22: Heute ist Kittenberger auch ein Familienbetrieb.
00:17:24: Sohn, Neffe, Schwester, Ehefrau, sie alle sind Teil des Unternehmens.
00:17:29: Wenn man mit einem Familienbetrieb aufwächst, dann gibt es viele Familien, die man so kennt, wo dann die Kinder übernehmen müssen.
00:17:37: Und ich habe immer wieder gesagt, dass ich nie ein Kind oder jetzt auch ein Enkelkind verpflichten werde, das Unternehmen weiter zu machen oder zu führen.
00:17:45: Ich habe vier Enkelkinder.
00:17:47: Es sind alle nicht so unbedingt interessiert, wobei die Jüngste davon jetzt mit ihren dreizehn Jahren mir endlich jetzt gesagt hat, sie wird jetzt einmal die Ausbildung zur Hotelfachfrau machen.
00:17:56: Da bin ich wieder glücklich.
00:17:57: Sie schnuppert ein bisschen.
00:17:59: Die Herausforderung ist natürlich auch so einen Betrieb, als Gärtner zu übergeben.
00:18:03: Und da ist die Schwierigkeit für mich loszulassen, hinauszugehen, die nächste Generation hier frei arbeiten zu lassen.
00:18:10: Um das Problem zu lösen, hat Reinhard Kittenberger eigentlich beschlossen, dass er sich aber jetzt wieder auf die Produktion der Pflanzen also aufs Züchten fokussiert.
00:18:17: Trotzdem sind die Garten-Chalets schon noch ein bisschen sein Baby.
00:18:20: Und ganz ohne das Herumzupfen an den Pflanzen geht's dann halt auch irgendwie nicht.
00:18:24: Das muss raus..
00:18:28: Ah,
00:18:28: das hättest du nicht mal gesehen.
00:18:30: Dann
00:18:30: lege ich das z.B. da
00:18:32: drüber.
00:18:32: Ich fahre jeden Tag zweimal durch das Chaletdorf, mindestens einmal ganz spät am Abend und einmal am Vormittag, zum einen um Reaktionen der Gäste aufzunehmen und zum zweiten, das zu sehen, was meine Mitarbeiter nicht sehen.
00:18:45: Aber ich tu's nicht selber, sondern ich mach ein Foto, schick das meinem Team und lass es dann wieder von denen machen, denn ich bin davon überzeugt, im Großen Wenn Sie heute auch selber durchgehen, der Eindruck wird super sein.
00:19:00: Aber ich merke auch, Eindrücke sind im Detail versteckt.
00:19:05: Das ist meine Aufgabe, das Detail zu finden.
00:19:07: Sie werden also nicht müde.
00:19:09: Das sagt Ihnen nichts das Wort.
00:19:11: Nein, weder müde noch energielos, sagt man nicht.
00:19:14: Aber wie gesagt, mit vierundsechzig darf man ja auch noch ein bisschen was tun, da hat man noch viel Energie und der Gärtner wird ja sowieso nicht beerdigt, sondern er wird maximal kompostiert, wenn er gestorben ist.
00:19:25: Also somit passt es bei mir wiederum und solange es mir gut geht und solange ich Menschen Freude machen kann oder mich mit Pflanzen beschäftigen kann, wird es mir gut gehen.
00:19:34: Das ist ein Lebenselixier, das ich weiter halten werde, so lange, bis das ich irgendwann im Garten umfalle.
00:19:39: Aber bis dahin werden noch sehr viele Hortensien blühen und einige Paradeiser im Naschgarten reifen.
00:19:44: Da bin ich sicher.
00:19:46: Ich nehme mir mit, wenn ich als Stadtpflanze das nächste Mal einen ganz großen Garten zum Bleiben brauche, dann weiß ich jedenfalls, wo ich den finde.
00:19:54: Und ganz ehrlich, ein paar Weintrauben und Himbeeren habe ich mir eh auch schon so mitgenommen.
00:19:58: Alle Infos zum Übernachten in den Kittenberger Garten-Chalets gibt's auch in den Shownotes.
00:20:03: Und jetzt geht's noch ein bisschen weiter durch die Region, rund um die Kittenberger Chalets.
00:20:07: Der gute Herr Kittenberger hat uns nämlich noch ein paar Geheimtipps verraten. Selected Secrets - Tipps aus der Region
00:20:16: Als erstes natürlich eh klar.
00:20:17: wenn man in den Chalets übernachtet, lohnt es sich auch gleich nebenan in die Erlebnisgärten zu schauen.
00:20:23: Ich sag nur, sechzigtausend Quadratmeter Fläche.
00:20:27: Fünfzig unterschiedlich gestaltete Themengärten.
00:20:30: Es ist ein Wahnsinn.
00:20:32: Tipp zwei, eher ein bisschen ruhiger, wandern im Kamptal.
00:20:35: Zum Beispiel auf dem Weinweg Langenlois.
00:20:38: Auf einer sechs Kilometer Wanderung spaziert man durch die besten Rieden, hat einen fantastischen Ausblick, lernt was über den Weinanbau und kann natürlich ab und an noch mal stehen bleiben und bei der Winzer:in.
00:20:48: ein Galserl kosten, für den Kreislauf quasi.
00:20:55: Das war Urlaubsgeschichten zum Bleiben.
00:20:57: Heute mit Reinhard Kittenberger und den Kittenberger Chalets am Gartensee.
00:21:02: Ich bin Christl Clear.
00:21:03: Und ich freue mich darauf, auch nächstes Mal wieder mit euch durchs schöne Niederösterreich zu reisen.
00:21:07: Zu besonderen Orten und spannenden und herzlichen Menschen.
00:21:10: Wenn euch diese Folge gefallen hat, dann abonniert den Podcast, lasst mir gerne ein Feedback da und erzählt euren Freunden und Freundinnen davon.
00:21:18: Vielleicht kennt ihr ja Menschen, die dringend mal eine Auszeit brauchen.
00:21:21: Dann habt ihr dank diesem Podcast die perfekten Tipps für diese Leute.
00:21:25: Danke fürs dabei sein, bis bald!
00:21:40: Ein Podcast von Niederösterreich
00:21:45: Tourismus.
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