#7 Zwischen Zahnradbahn, Schneeberg und Stammgästen

Shownotes

Wie lebt es sich an einem Ort, der Tradition, Natur und familiäre Gastfreundschaft vereint?

Christl Clear besucht den Schneeberghof, ein historisches Hotel am Fuß des Schneebergs, und spricht mit Gastgeberin Gabriele Machacek über 30 Jahre Hotelgeschichte und moderne Gastfreundschaft.

In dieser Folge erfahrt ihr:

  • Die Geschichte des Schneeberghofs: vom Kurhaus des Roten Kreuzes zum charmanten Hotel mit nostalgischem Flair.
  • Wie familiäre Werte, ein engagiertes Team und gelebte Gastfreundschaft den Aufenthalt prägen.
  • True-Crime-Geschichten mit Hofrat Ernst Geiger – Einblicke in berühmte österreichische Kriminalfälle aus Sicht des ehemaligen Chefermittlers.
  • Ausflugstipps und Naturerlebnisse rund um den Schneeberg – von der historischen und modernen Schneebergbahn bis zur Wanderung zum Sebastian-Wasserfall.

Selected Secrets – Tipps aus der Region:

Interviewpartner:innen:
Gabriele Machacek (Eigentümerin),
Hofrat Ernst Geiger (ehem. Leiter der Mordkommission, Polizei Wien),
Christoph Wallner (Mitarbeiter)

Credits

  • Produktionsleitung: Jeanne Drach
  • Konzeption: Jeanne Drach, Anna Muhr, Christiana Naue-Hess, Tina Scharka, Andrea Leppich
  • Redaktion und Text: Anna Muhr, Christl Clear
  • Gesprochen von: Christl Clear
  • Signation / Musik: Marten Kaffke
  • Postproduktion: Catharina Ballan, Anna Muhr

Dieser Podcast wurde produziert von OH WOW.

Transkript anzeigen

00:00:00: Egal mit welcher Generation du sprichst, irgendwer sagt immer, ah, da war ich damals auf Skikurs oder mit meinen Eltern.

00:00:08: Eigentlich hat jeder eine Verbindung zum Schneeberg und damit haben wir gesagt, man kann noch mehr Erinnerungen prägen.

00:00:23: Ich bin acht Jahre lang mit der Schneebergbahn jeden Tag in die Schule gefahren.

00:00:30: Von Buchberg der Zug ist um Sechs Uhr früh weggegangen, bis Wiener Neustadt.

00:00:35: Das war noch eine Dampflok zu der Zeit.

00:00:38: Wir sind nicht weit weg, aber trotzdem, wenn man dann hier ist, hat man das Gefühl, ganz voran das zu sein.

00:00:43: Den Schneeberg sehen Sie von jeder Ecke im Osten Österreich.

00:00:47: Sehr sogar aus Wien kann man den Schneeberg sehen.

00:00:50: Dort fährt man einfach einmal hin.

00:00:52: Du wachst in der Früh auf, schaust aus dem Fenster und das Erste, was du siehst, ist der Schneeberg.

00:01:00: zweitausend Meter hoch. Das ist wirklich beeindruckend.

00:01:02: Gerade wenn man aus der Stadt kommt und sonst in die Wohnungen vom Nachbarhaus schaut.

00:01:06: Manche wollen, wenn sie einem Berg sehen, direkt los wandern, rauf zum Gipfel.

00:01:10: Andere können den Schnee nicht erwarten und wollen sich am liebsten gleich die Ski anschnallen.

00:01:15: Ich bin eher Team: Im Spa den Ausblick genießen.

00:01:19: Das Gute ist, dass alles kann man im Schneeberghof machen.

00:01:22: Er ist quasi das fancy Basislager für den Berg.

00:01:25: In dieser Folge hört ihr, wie der Schneeberghof zudem wurde, was er heute ist, warum seine Geschichte schon immer eng mit der berühmten Zahnradbahn verknüpft ist und es ist sogar ein bisschen True Crime dabei.

00:01:36: Wir treffen nämlich einen Stammgast vom Schneeberghof, der Österreichs bekannteste Kriminalfälle nicht nur aus der Zeitung kennt.

00:02:05: Für diesen Podcast bin ich in Niederösterreich unterwegs und schaue mir Häuser und Orte an, die einfach etwas Besonderes haben.

00:02:12: Das sind die Selected Stays.

00:02:14: Handverlesen, voller Geschichte und Tradition.

00:02:17: Und trotzdem fühlt man sich dort total im Moment und ganz bei sich.

00:02:21: Mit den Gastgeber:innen plaudere ich über ihre Geschichten über das Gestern und heute und darüber, was sie antreibt.

00:02:28: Willkommen bei Urlaubsgeschichten zum Bleiben.

00:02:31: Schön, dass ihr dabei seid.

00:02:32: Diesmal sind wir am Schneeberghof in Buchberg am Schneeberg.

00:02:45: Wir kommen im Schneeberghof an und werden gleich einmal von Betty Lou begrüßt.

00:02:49: Das ist die kleine Hundedame des Hauses.

00:02:52: Im Hotel ist gerade viel los.

00:02:53: Es ist Mittag und das heißt viele Gäste am Buffet und in der Lobby.

00:02:57: Gabriele Machacek, Hotelchefin und Hunderbesitzerin, bleibt gelassen und nimmt sich Zeit, um mit uns über den Schneeberghof zu sprechen.

00:03:04: Wie würden Sie den Schneeberghof in drei Worten beschreiben?

00:03:08: Sehr lebendig, mitgewachsen mit der Zeit und mit der Gemeinde eigentlich auch und familiär.

00:03:16: Mein persönlicher Bezug ist ein Familiärer, ganz eindeutig.

00:03:20: Also mein Vater hat ja das alte Gebäude damals, neunzehnhundereinundneunzig erworben, als es zum Verkauf gestanden ist.

00:03:28: Der Schneeberghof ist, man kann es nicht anders sagen, ein Ort an dem man sich einfach wohlfühlt.

00:03:33: Ein bisschen wie auf einer Zeitreise in die Vergangenheit.

00:03:36: Von außen hat er nämlich einen echt nostalgischen Scham, historische Holzfassade mit kunstvollen Schnitzereien, dunkelgrün gestrichene Fensterläden, rote Blümchen vor den Fenstern und drinnen.

00:03:47: geräumig gemütlich rustikal mit modernen Twist.

00:03:51: Begonnen hat die Geschichte des Schneeberghofs Ende des neunzehnten Jahrhunderts.

00:03:55: Damals wird die Region um den Berg zum ersten Mal auch touristisch interessant.

00:03:59: Der Bauingenieur und Unternehmer Leo Arnoldi baut die Schneebergbahn.

00:04:03: Sie geht von Wiener Neustadt bis hinauf auf den Schneeberg.

00:04:06: Der Abschnitt von Buchberg hinauf auf den Hochschneiberg ist bis heute eine Zahnradbahn.

00:04:11: Und man hat diese Bahnlinie schon gebaut aus touristischen Gründen.

00:04:16: Und man wusste, wenn Gäste hierher kommen sollen, braucht man auch Beherbergungsbetriebe.

00:04:22: Und dann hat man den Leo Arnoldi auch beauftragt, zwei Hotels zu bauen, eines auf dem Berg.

00:04:29: und eben eines im Tal.

00:04:31: Das hat damals Hotel zur Schneebergbahn geheißen und das ist heute der Schneeberghof.

00:04:35: Von daher kommt die Verbindung schon einmal, die sehr enge und heute ist die Schneebergbahn natürlich touristisch nicht wegzudenken aus dem Ort und der Schneeberghof zum Glück auch nicht.

00:04:46: Vom historischen Haus ist heute noch die Außenhülle mit den vielen Holzelementen übrig.

00:04:51: Das Holz wird regelmäßig gestrichen und gewartet, damit es schön bleibt.

00:04:55: Geplant und ausgeführt hat das ursprüngliche Haus übrigens das Wiener-Architektenduo Fellner und Helmer, die waren eigentlich auf Theaterhäuser spezialisiert.

00:05:03: In Wien haben sie zum Beispiel das Volkstheater und das Konzerthaus entworfen, in Graz die Oper.

00:05:08: Das kann man alles nachlesen im hauseigenen Geschichtsbuch.

00:05:12: Als die Zahnradbahn und damit auch das Haus hundertzwanzig Jahre gefeiert hat, da haben wir all diese Geschichten, die es um das Haus gibt, in ein Buch gegossen.

00:05:21: Da hat uns ein örtlicher Historiker geholfen.

00:05:24: Und es gibt seit zweitausendachtzehn ein Schneeberghofbuch.

00:05:28: Gabriele Machacek's Vater Ernst, der eigentlich eine Dachdecker- und Spenglerfirma geführt hat, hat das Haus jedenfalls Anfang der Neunziger gekauft.

00:05:35: Es hat damals dem Roten Kreuz gehört und war eine Art Kurhaus.

00:05:38: Von Hotelbetrieb war jedenfalls schon länger keine Rede mehr.

00:05:41: Aber ...

00:05:42: Mein Vater war ein sehr dynamischer und risikofreudiger Unternehmer und hat das gekauft und hat nie einen anderen Plan gehabt, als ein Hotel daraus zu machen.

00:05:53: Und ich bin die älteste von drei Kindern.

00:05:56: Und er hat das sofort mit mir an der Spitze in die Tat umgesetzt.

00:06:00: Das war phasenweise gar nicht einfach, war auch kurzfristig tatsächlich zum Scheitern verurteilt.

00:06:06: Aber letztendlich ist es das geworden, was es heute ist.

00:06:09: Beim Rundgang im Haus erinnert Frau Machacek sich noch sehr genau, wie alles angefangen hat.

00:06:13: Also ich bin ja schon in diesem Haus gesessen, da war vor meiner Bürotür noch Baustelle.

00:06:19: Das war im September, und ich kann mich erinnern, ich bin, diese geschwungene Treppe, hat es damals schon gegeben.

00:06:26: Und ich erzähle das so gerne, weil es war ein Arm voll Kabel, die da aus der Decke heruntergehangen sind.

00:06:34: Und jedes Mal, wenn ich diese Treppe hochgehe, dann erinnere ich mich an diesen Moment, wie ich da das erste Mal hinaufgegangen bin und diesen Kabelstrang da neben mir runterhängen gesehen habe.

00:06:45: Die Wendeltreppe und der Gang, zu dem sie führt, das ist Gabriele Machacek's liebster Ort im Haus.

00:06:56: Auch weil der alte Fotos hängen, von ihrem Vater und Großvater und auch welche vom Schneeberghof aus früheren Zeit.

00:07:09: Man könnte sagen, dass das Hotel eigentlich ein ziemliches Wagenis war.

00:07:12: In der Geschichte des Hauses gab es mehrere Versuche, ein erfolgreiches Hotel zu betreiben.

00:07:17: Und ein paar Mal ist das echt gescheitert.

00:07:19: Aber unter der Leitung von Gabriele Machacek funktioniert das seit mittlerweile einunddreißig Jahren.

00:07:25: Was haben Sie anders gemacht?

00:07:26: Es waren immer Menschen da, die sich gekümmert haben.

00:07:29: Also denen der Schneeberghof mehr bedeutet hat als nur Arbeitgeber oder als nur Hotel.

00:07:37: Es waren immer Menschen da, die sehr viel mehr gegeben haben.

00:07:44: Das hat schon sehr maßgeblich geprägt.

00:07:46: Und ein wichtiger Fakt ist auch, dass man die Zeichen der Zeit erkennt.

00:07:51: Ein kleines Beispiel, als wir vor dreißig oder einunddreißig Jahren eröffnet haben, war Wellness, noch kein Thema.

00:07:59: Aber du musst dann erkennen, dass das ein Thema wird.

00:08:03: Und dann musst du die entsprechenden Ideen dazu haben.

00:08:06: Und so bleibst du immer am Puls der Zeit.

00:08:09: Das ist... Damals, also vor dreißig Jahren, nicht anders gewesen als jetzt.

00:08:13: KI ist jetzt ein Thema, dem wir uns einfach stellen müssen und wenn du da nicht am Ball bleibst.

00:08:18: Dann bleibt man auf der Strecke.

00:08:19: Genau.

00:08:20: Die

00:08:20: Gäste schätzen den Schneeberghof heute nicht nur wegen der guten Bergluft, der Aussicht und der vielen Aktivitäten, die der Berg vor der Tür bietet, sondern sie kommen wieder, weil sie diese familiäre Atmosphäre schätzen.

00:08:31: Und dass die erhalten bleibt, darauf achten Frau Machacek und ihr Team bei der Arbeit besonders.

00:08:36: Das bedeutet für sie moderne Gastfreundschaft.

00:08:38: Gespräche.

00:08:39: Gespräche, Gespräche, Gespräche.

00:08:42: Also man muss einfach da sein, man muss zuhören, nicht nur den Gästen, sondern ich war vorhin schon da, man muss der Zeit hinhören.

00:08:51: Man darf nicht aufhören, aufmerksam zu bleiben.

00:08:56: Das ist sicher ganz wesentlich.

00:08:59: So bleibt man familiär, so bleibt man präsent, weil es hat wenig Sinn, glaube ich, wenn man sich... in seinem Büro versteckt und glaubt, man kann ein Hotel führen wie einen Industriebetrieb.

00:09:11: Das funktioniert nicht.

00:09:14: Der Schneeberghof funktioniert halt auch, weil das Team gut eingespielt ist.

00:09:18: Manche Mitarbeiterinnen begleiten Frau Machatschek schon von Anfang an seit einunddreißig Jahren, so wie Christoph Wallner, den wir im Restaurant treffen.

00:09:27: Ja, die einunddreißige Jahre beziehen sich auf das Hotel hier.

00:09:30: Ich bin auch noch für sich schon über vierzeig Jahre in Gastronomie tätig.

00:09:34: Und es ist immer die Herausforderung mit dem Gast und die Kommunikation mit dem Gast und das Ganze, wie soll ich sagen, ist eine abwechslungsreiche Arbeit.

00:09:45: Nicht immer einfach, aber es kann auch schön sein,

00:09:48: immer wieder.

00:09:49: Und das ist es.

00:09:49: Entschuldigung, was sind denn Herausforderungen, weil Sie gesagt haben, nicht immer einfach?

00:09:53: Jeden Wunsch zu erfüllen, den der Gast hat.

00:09:56: Das ist natürlich eine Herausforderung.

00:09:58: Es ist nicht alles möglich, aber wir versuchen es natürlich alles so zu machen, wie der Gast es möchte.

00:10:05: Das ist die Herausforderung.

00:10:07: Da gibt es einen guten Spruch dazu.

00:10:10: Wunder werden sofort erfüllt.

00:10:12: Unmögliches dauert ein bisschen länger.

00:10:16: In einunddreißig Jahren hat der Schneeberghof viele verschiedene Gäste gesehen.

00:10:20: Oft kommen Paare, die gemeinsam ein bisschen Bergromantik haben wollen.

00:10:24: Und natürlich vor allem die Leute, die sich die Natur, die Landschaft, den Berger schließen wollen.

00:10:29: Ja, und dann gibt es noch die ganz speziellen Besuche.

00:10:31: Wir haben zum Beispiel dreimal den spanischen König da gehabt, tatsächlich.

00:10:36: Der war Jagdgast eines sehr reichen Amerikaners.

00:10:40: Das sind schon Momente, die bleiben.

00:10:42: Da ist das ganze Haus Kopf gestanden.

00:10:44: Ich wollte gerade sagen, wie war da die Stimmung im Haus wie es geheißen hat, der spanische König kommt?

00:10:48: Aufregung davor, Aufregung, also da war und Freude, als wir das alles gut gemacht haben.

00:10:54: Das ist schon sehr speziell, da müssen die Zimmer in denen er wohnt, überprüft werden, die Zimmer darunter überprüft werden, da kommt die Cobra mit Hundestaffeln und schaut sich das alles an.

00:11:07: Und auch seine Anreise, das ist alles sehr, sehr speziell gewesen.

00:11:12: Ja, aber sehr cool.

00:11:13: Ja, schon.

00:11:15: Zwar nicht blaublütig, aber trotzdem ein echter Kapazunder ist auch ein anderer Stammgast, den wir heute im Schneeberghof treffen.

00:11:21: Man kann noch sagen, er gehört zum österreichischen True Crime-Adel.

00:11:26: Hofrat Ernst Geiger, der ehemalige Leiter der Mordkommission bei der Wiener Polizei, er stammt aus Buchberg und kennt den Schneeberghof seit es ihn gibt.

00:11:34: Der Schneeberghof war nicht von Anfang an da, als ich aufgewachsen bin.

00:11:40: Damals war es noch der Alpenhof, der gehörte dem Roten Kreuz und war eigentlich ein schöner Bau, aber leblos.

00:11:54: In der Zeit noch sehr gut.

00:11:56: Das war der Zeit, wo ich die Sonderkommission Unterweger geleitet habe, bis vierundneunzig.

00:12:02: Und da ist der Schneeberghof dann fertig geworden.

00:12:08: Jetzt war das so, dass vorher hier ein Mitarbeiter reingekommen ist, die beim Vornamen angesprochen hat und sie gleich einmal gefragt hat, ob sie einen, ich glaube, so ein großer Brauner, wollte.

00:12:17: Ja.

00:12:18: Haben Sie ein Einzelmenü hier im Schneeberghof?

00:12:20: Nein, aber natürlich die Mitarbeiter, die kenne ich auch größtenteils, mit manchen bin ich sogar aufgewachsen.

00:12:31: Da ist man eben sehr vertraut.

00:12:35: Man kennt einander, man vertraut einander.

00:12:37: Das ist natürlich schon eine angenehme Atmosphäre.

00:12:40: Ernst Geiger war Leiter der Sonderkommission im Fallcheck-Unterweger, Chefermittler beim Saliera-Diebstahl und hat an der Aufklärung von vielen anderen berühmten Fällen mitgearbeitet.

00:12:49: Seit zweitausendsiebzehn ist er in Pension und hat über einige seiner Fälle mittlerweile Bücher geschrieben.

00:12:54: Ein paar davon hat er hier im Hotel auch präsentiert.

00:12:57: Die Menschen sind von Mordgeschichten fasziniert.

00:13:02: Mord ist irgendwo

00:13:04: ein

00:13:05: Extremfall menschlicher Abgründe und das faszinierte Menschen.

00:13:11: Also von meinen Büchern haben sie die Bücher mit Mordfällen am besten verkauft.

00:13:20: Ich habe auch ein Buch geschrieben über den Diebstahl der Saliera.

00:13:24: Auch eine spannende Geschichte, aber das ist weniger angekommen als die Mordfälle, die favoritner Mädchenmorde, natürlich Jack Unterweger.

00:13:34: Das hat die Leute viel mehr fasziniert, weil da blicken auch die Leser in Abgründe, in denen man sonst nicht blicken kann.

00:13:41: Ich habe ihn gefragt, wie er es geschafft hat bei den schlimmen Dingen, die er im Beruf täglich gesehen hat, nicht zu verzweifeln.

00:13:48: Ich glaube, das muss man schon trennen und es ist auch wichtig.

00:13:52: Wenn man eben in so einem Beruf tätig ist und immer ein menschlicher Abgönter blickt und eigentlich mit den schlimmsten Charakteren zu tun hat, dann ist es auch wichtig, dass man sich nebenbei ein Umfelschaft von Familie, Freunden, wo man eben dann Entspannung findet und wo man auch das Gute sieht, weil ohne das gute in Menschen zu sehen

00:14:21: ist es nicht möglich zu existieren.

00:14:23: Seine Entspannung findet der ehemalige Chefermittler heute gern hier im Schneeberghof, sagt er.

00:14:28: Ich habe zwar im Puchberg immer noch mein Elternhaus, ich bin kein Logisgast im Schneeberghof, aber ich gehe immer gern daher.

00:14:36: Es gibt ausgezeichnetes Essen, dann gibt es Veranstaltungen, guten Heringsschmaus, Grillabende und im Moment habe ich ganz gern den Wellnessbereich.

00:14:49: Da kann man eben Sport betreiben, man kann schwimmen, man kann sich ausrasten, Sauna, Dampfbad, all das ist vorhanden und das hebt natürlich schon die Lebensqualität in einen Ort wie Buchberg.

00:15:06: Und dann erzählt er uns natürlich noch von dem Transportmittel, um das man hier in der Gegend einfach nicht herumkommt.

00:15:11: Die Schneebergbahn.

00:15:12: Auch damit hat Ernst Gerger seine persönliche Geschichte.

00:15:15: Die Schneebergbahn war lange Zeit eben meine tägliche Strecke, die geht ja nicht nur auf den Berg rauf, sondern die Schneebergbahn geht vom Puchberg nach Wiener Neustadt und ich bin acht Jahre lang mit der Schneebergbahn jeden Tag in die Schule gefahren.

00:15:35: Wie lange war ihr Schulweg?

00:15:37: Der war lang, der war vier Kilometer bis zum Bahnhof.

00:15:41: Das war im Winter, damals gab es noch heftige Winter, jetzt gibt es ja kein Schnee mehr.

00:15:46: Da war kaum geräumt.

00:15:47: Das hat sehr lange gedauert.

00:15:49: Da mussten wir um vier Uhr Früh manchmal schon weggehen, dass man den Zug erreicht hat, weil alles verweht war.

00:15:57: Und das war mein Bezug zur Schneebergbahn.

00:16:02: Und dann natürlich auch der zweite Teil der Schneebergbahn, die Züge vom Puchberg am Schneeberg damals auch nur Dampfloks.

00:16:12: Und auch da bin ich schon als Kind darauf gefahren.

00:16:15: Das war immer ein Erlebnis, wenn man da mitfahren durfte.

00:16:19: Okay, natürlich müssen wir die berühmte Schneebergbahn jetzt auch einmal aus der Nähe sehen.

00:16:24: Vom Hotel sind es nur ein paar Meter bis zur Station.

00:16:27: Über die Straße, über einen kleinen Bach und schon ist man da.

00:16:30: Die Schneebergbahn ist immer noch eine Zahnradbahn, einer der letzten in Österreich.

00:16:34: Salamanderbahn heißt sie heute, weil sie genauso gemustert ist.

00:16:38: Und sie ist moderner geworden.

00:16:40: Zu Anfang, als wir das Hotel eröffnet haben, da hat es ja nur die Dampf-Lock auf den Schneeberg gegeben.

00:16:46: Die fährt eineinhalb Stunden oder die ist eineinhalb Stunden gefahren.

00:16:50: Das heißt, es hat schon seine Zeit gebraucht.

00:16:53: Die gibt es auch heute noch, aber das sind nur so spezielle Fahrten.

00:16:58: Und sechsundneunzig war das glaube ich, da hat man dann begonnen, umzubauen und hat auf moderne Züge umgestellt.

00:17:06: Diese Idee mit dem Salamander und mit dieser markanten Lackierung der Bahn, das war schon eine geniale.

00:17:15: Die fährt nur eine dreiviertelstunde, die halbe Zeit.

00:17:19: Da bringt man natürlich ganz andere Mengen an Menschen hinauf.

00:17:24: Wir stehen in der Station und schauen auf den Berg.

00:17:27: Frau Machacek hat den Anblick jeden Tag vor der Tür.

00:17:30: Und trotzdem ist sie immer noch begeistert.

00:17:32: Und es ist, auch wenn man von hier ist, immer wieder faszinierend diese Mächtigkeit.

00:17:39: Abgesehen davon, dass wenn man oben ist und man blickt dann hinunter ins Tal, das ist immer wieder faszinierend.

00:17:46: Da haben sie ja seit ein paar Jahren diese Alpine Sunrise, also wir nennen es Alpine Sunrise, aber diese Sonnenaufgangsfahrten von der Schneebergbahn.

00:17:54: Die finden im Juli und im August statt.

00:17:57: Und im Juli fährt die Bahn um vier Uhr los und im August um vier Uhr dreißig.

00:18:01: Und zum Sonnenaufgang ist man oben am Berg.

00:18:04: Ich verstehe jetzt jedenfalls, warum so viele Paare hierher kommen.

00:18:07: Es hat schon echt was alpin-romantisches.

00:18:10: Man kriegt den Kopf frei, schon allein wegen der guten Luft.

00:18:13: Alles geht ein bisschen langsamer und ruhiger.

00:18:16: Man konzentriert sich aufs Wesentliche.

00:18:18: Und das ist es auch, was die Hotelchefin ihren Gästen, ob Mordermittler oder spanischer König, ob Sommerfrischler oder Skitourist, am liebsten mitgeben will.

00:18:27: Eine schöne Erinnerung.

00:18:28: An entspannende Tage, an stressfreie Tage, an Tage, wo man nicht in der Früh sich überlegt, was mache ich jetzt, was mache ich jetzt, was mache ich jetzt, sondern... wo man den Tag einfach kommen lassen kann, wo man vielleicht die Gegebenheiten einmal sich anschaut, wie ist Wetter, welcher Tag ist heute, wo kann ich hinfahren, wonach ist mir heute?

00:18:51: Und wenn ich dieses Gefühl dann auch mit nach Hause nehmen kann, der Entspannung, ich habe gut gegessen, ich habe gut geschlafen, ich habe Menschen kennengelernt, die ich sympathisch gefunden habe.

00:19:08: Dann ist die Erinnerung gelungen.

00:19:11: Ja.

00:19:13: Ich werde mich bestimmt an den Schneeberghof erinnern, wenn mir das nächste Mal daheim die Decke auf den Kopf fällt.

00:19:17: Und ich lieber einen echten Berg, statt Beton sehen will.

00:19:20: Ich wandere ja eh gern.

00:19:22: Und wenn ich mal keine Lust habe, dann kaufe ich mir halt einfach ein Ticket für die Bahn.

00:19:27: Alle Infos zum Schneeberghof findet ihr in den Show-Notes.

00:19:30: Und zum Abschluss hat mir Gabriele Machacek noch ein paar Tipps mitgegeben, was man hier in der Gegend unbedingt machen sollte.

00:19:40: Selected Secrets - Tipps aus der Region.

00:19:43: Der erste Tipp ist sowieso klar.

00:19:44: Man muss einmal mit der Schneebergbahn auf dem Berg fahren und runter ins Teil schauen.

00:19:50: Die Fahrt dauert gute vierzig Minuten und dann ist man auf tausend achthundert Meter Seehöhe und kann sich Niederösterreich von oben anschauen.

00:19:58: Wer es gern Altmodisch hat, es gibt eben auch die Nostalgiebahn, die noch mit Dampf betrieben wird.

00:20:03: Die fährt seltener, aber auch mit der kann man rauf fahren.

00:20:07: Kleines Schmankerl am Rande, die Bahn macht am Weg nach oben natürlich auch Zwischenstops.

00:20:11: Da kann man einkehren und sich zum Beispiel eine Portion Schneebergbuchteln können.

00:20:16: Frau Machaceks Ausflugtipp Nummer zwei, eine Wanderung zum Sebastian Wasserfall.

00:20:21: Dafür gibt es extra einen Wasserfallweg, der ein bisschen weniger als ein Kilometer lang ist.

00:20:26: Es ist ein gemütlicher Wanderweg, man geht circa zwanzig Minuten auf Schotter und Asphalt.

00:20:30: Nicht viel Steigung, also wirklich für alle geeignet.

00:20:33: Und am Ende steht man halt vor diesem ur.

00:20:36: schönen Wasserfall im Wald.

00:20:38: Und wenn man am Rückweg dann noch einkehren will, gibt's natürlich auch noch ein nettes Gasthaus auf halber Strecke.

00:20:43: Alle Infos zu den Ausflugstipps sind natürlich in den Shownotes.

00:20:51: Das war Urlaubsgeschichten zum Bleiben.

00:20:54: Heute mit Gabriele Machacek und dem Schneeberghof in Puchberg am Schneeberg.

00:20:58: Ich bin Chrisl Clear und ich freue mich darauf in der nächsten Folge wieder einen der Selected Stays in Niederösterreich, also einen besonderen Ort und seine Gastgeber:innen kennen zu lernen.

00:21:08: Wenn euch diese Folge gefallen hat, dann abonniert den Podcast.

00:21:11: Ich freue mich auch über Feedback oder eine Bewertung in eurer Podcast-App.

00:21:15: Und teilt den Podcast mit allen Menschen, die auch mal einen kleinen Tapetenwechsel brauchen.

00:21:19: Auch wenn es nur für ein Wochenende ist.

00:21:21: Danke fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal.

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