#8 Vom Mostbaron bis zur Tischbrennerei

Shownotes

Wie verbindet man 700 Jahre Geschichte mit modernem Nachhaltigkeitsdenken – und warum fühlt sich das Mostviertel für viele wie ein kleines Paradies an?

Christl Clear reist nach Neuhofen an der Ybbs ins Relax Resort Kothmühle und spricht mit Gastgeberin Christiane Scheiblauer über Birnbaumlandschaften, Familiengeschichte, Mostkultur und mutige Zukunftspläne.

In dieser Folge erfahrt ihr:

  • Warum das Mostviertel Europas größtes Birnbaumgebiet auf Streuobstwiesen ist – und was Maria Theresia damit zu tun hat.
  • Wie aus einer mittelalterlichen Mühle ein modernes Wellnessresort wurde.
  • Was „Tradition ist Weitergabe des Feuers“ im Familienbetrieb wirklich bedeutet.
  • Wie Gäste im Resort ihren eigenen Schnaps herstellen können.
  • Welche ehrgeizigen Nachhaltigkeitsprojekte geplant sind – von Energieautarkie bis zur Pyrolyseanlage.
  • Warum Stammgäste dem Haus seit über 50 Jahren die Treue halten.

Selected Secrets – Tipps aus der Region:

Interviewpartner:innen:
Christiane Scheiblauer (Eigentümerin),
Familie Ineke und Boy Becker (Stammgäste aus den Niederlanden)

Credits

  • Produktionsleitung: Jeanne Drach
  • Konzeption: Jeanne Drach, Anna Muhr, Christiana Naue-Hess, Tina Scharka, Andrea Leppich
  • Redaktion und Text: Anna Muhr, Christl Clear
  • Gesprochen von: Christl Clear
  • Signation / Musik: Marten Kaffke
  • Postproduktion: Catharina Ballan, Anna Muhr

Dieser Podcast wurde produziert von OH WOW.

Transkript anzeigen

00:00:00: Urlaub bedeutet Wohlfühlen, es ist kein Verzicht.

00:00:05: Und das zu verbinden und trotzdem nachhaltig zu bleiben, das sind die Herausforderungen der Zukunft.

00:00:12: Und wenn man sich da viel Gedanken macht, dann ist das durchaus vereinbar.

00:00:17: Und ist es auch wichtig, nachhaltig bedeutet nicht stehenbleiben oder Rückschritte machen.

00:00:23: Wir gehen jedes Jahr und besuchen uns bei Frauen und Männern, jedes Jahr.

00:00:27: Es ist doch immer die Schame geblieben und die Freundlichkeit und die Gemütlichkeit ist immer geblieben.

00:00:33: Wir sagen immer, wenn jemand ins Mostviertel kommt, weil es am meisten sehr wenig über die Region, aber wenn er nach Hause schert, muss er alles wissen über den gekülterten Birnenwein.

00:00:46: Also beim Most muss man einen anderen Dringenspruch lernen.

00:00:50: Da sagt der eine Gesundheit und der andere sagt, das wirst du leben.

00:00:57: Eines ist schon mal fix.

00:00:59: Leben lässt es sich im Mostviertel ziemlich gut.

00:01:02: Ich meine, das frische Obst fällt einem quasi vom Baum direkt in den Mund.

00:01:07: Wie Märchen vom Schlaraffenland.

00:01:09: Zumindest stelle ich es mir so vor.

00:01:11: Auch die Geschichte vom Relaxressort Kotmühle ist fast ein bisschen Märchenhaft.

00:01:16: Jedenfalls tauchen viele Sagen umwobene Gestalten drin auf.

00:01:19: Die Kelten, eine Kaiserin und ein Mostbaron.

00:01:23: Allerdings ist es ein modernes Märchen.

00:01:25: Es geht auch um Innovation.

00:01:27: Und eine Vision für die Zukunft.

00:01:34: Urlaubsgeschichten zum Bleiben.

00:01:42: Ein Podcast von Niederösterreich Tourismus.

00:01:45: Ich bin Cristl Clear, Autorin, Podcasterin und Influencerin.

00:01:50: Und heute bin ich wieder in Niederösterreich unterwegs.

00:01:53: An einem besonderen Ort, einem der Selected Stays, Handverlesen, voller Geschichte und Tradition.

00:01:59: Und trotzdem nah am Puls der Zeit.

00:02:02: Mit den Gastgeberinnen plaudere ich über ihre Geschichten und das, was sie antreibt.

00:02:06: über Vergangenheit und Gegenwart und über die Gastfrauenschaft zwischen Tradition und Innovation.

00:02:12: Willkommen bei Urlaubsgeschichten.

00:02:13: zum Bleiben.

00:02:15: Ich freue mich, dass ihr dabei seid.

00:02:17: Diesmal sind wir im Mostviertel, genauer gesagt im Relax Resort Kothmühle in Neuhofen an der Ybbs.

00:02:24: Ich habe einmal einen Gast gefragt, wenn ich mir das aussuchen könnte, wo ich leben möchte, wenn ich heute frei wählen könnte, wo ich hingehen würde und ich habe gesagt, Nirgends.

00:02:37: Ich lebe dort, wo ich sein möchte, im Paradies Mostviertel.

00:02:41: Christiane Scheiblauer steht an ihrem Lieblingsort im Resort Kothmühle.

00:02:45: Am oberen Rand von dem weitläufigen Grundstück in Neuhofen an der Ybbs.

00:02:48: Hier hängt eine Bankschackel auf einem Birnbaum.

00:02:53: Das Besondere an diesem Platz ist auch, dass der Birnbaum mit einer Wildrose umgeben ist.

00:03:01: Das heißt, hier kann man zweimal die Blüte erleben.

00:03:05: Einmal mit der April und ein zweites Mal mit der Mai.

00:03:10: Wenn die weiß Rose blüht, dann ja blüht der Birnbaum ein zweites Mal, weil sie den ganzen Birnbaum umrangt.

00:03:18: Von ihrer Birnenschau raus hat sie weitblicksagt die Hotelschefin.

00:03:21: Man kann von hier das Ressort, den atemberaubenden Garten und die Gegend überblicken.

00:03:26: Quasi eine Postkartenansicht vom Mostviertel.

00:03:29: Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich habe nicht gewusst, dass das Mostviertel das größte zusammenhängende Birnbaumgebiet auf Streuobstwiesen in ganz Europa ist.

00:03:38: Streuobst.

00:03:39: Das heißt, auf den Wiesen verstreut stehende hochgewachsene Obstbäume.

00:03:43: In diesem Fall vor allem Birnbäume mit verschiedenen Sorten.

00:03:48: Maria Theresia hat eine Birnbaumpflanzpflicht angeordnet.

00:03:54: um in Krieg ihre Soldaten mit köstlichen Most zu versorgen.

00:04:00: Und deswegen auch der Name, das Mostviertel.

00:04:03: Und deswegen gibt es so viele Birnbäume hier.

00:04:07: Also das haben wir der ehemaligen Kaiserin zu verdanken.

00:04:11: Die Habsburger haben halt schon immer gewusst, wie man Prioritäten setzt.

00:04:16: Die Geschichte von der Kothmühle und dem Ort, in dem sie steht, geht aber eigentlich noch viel weiter zurück als bis in die Zeit von Maria Theresia.

00:04:24: 1316 is die Kotmühle zum ersten Mal urkundlich erwähnt worden.

00:04:27: Der ursprüngliche Gedanke war, dass das Haus tatsächlich eine Mühle war.

00:04:33: Man vermutet, dass der Wortlaut aus dem Keltischen kommt und das Waldmühle bedeutet.

00:04:40: Wir waren die Mühle und die Nachbarhäuser.

00:04:42: Vor uns waren das ehemalige Schloss Lixing.

00:04:46: Das heißt, wir waren eigentlich die Mühle des Lixingergeschlechts vor siebenhundert Jahren.

00:04:51: Ah, Wahnsinn!

00:04:54: dass das soweit zurückgeht mit der Geschichte.

00:04:56: Es

00:04:56: hat auch damit zu tun, dass Neuhofen ja ein ganz, ganz ursprünglicher Ort ist.

00:05:02: Hier wurde die Osterrichi-Urkunde unterschrieben.

00:05:06: Das heißt, hier wurde das Wort Österreich erst einmal erwähnt.

00:05:10: Und das war vor neunhundertsechsundneunzig Jahren.

00:05:14: Und wenn wir schon bei so tiefgehender Geschichte sind, wie transportiert man so ein tief verwurzeltes Erbe ohne Altbacken zu werden?

00:05:24: in so einem Unternehmen.

00:05:26: Weil für uns Tradition Weitergabe des Feuers und nicht Weitergabe der Asche ist.

00:05:33: Und wir verbinden Tradition immer mit Innovation.

00:05:40: Ich nutze die Erfahrung, dass alte und Verbinder ist mit dem neuen.

00:05:45: Erfahrung hat die Familie Scheiblauer eine ganze Menge, das kann man sagen.

00:05:48: Sie hat das Haus im Jahre achtzehn sechsundsechzig gekauft und seither immer weitergegeben.

00:05:54: Und es war nicht immer leicht.

00:05:56: Wenn ich tief zurückgreffe, dann waren die größten Krisen natürlich die Nachkriegszeit.

00:06:02: Das Haus war verweist in jeder Hinsicht.

00:06:07: Die Kinder waren verweist.

00:06:09: Das Haus war heruntergekommen.

00:06:13: Unsere Großeltern haben dann mühsam mit dem Aufbau begonnen.

00:06:18: Das war harte Knochenarbeit und die Eltern haben dann in wahrlicher Pionierarbeit aus einem Gasthaus einen Hotelbetrieb gemacht.

00:06:28: Das braucht viel Mut, viel Fleiß und große Willensstärke.

00:06:35: Ja, das klingt nach einer ordentlichen Challenge.

00:06:37: Und dafür muss man auch erst einmal bereit sein.

00:06:40: Oder das Ganze halt neu denken.

00:06:41: Mein Mann wollte auf keinen Fall das machen, was die Eltern machen.

00:06:45: Die Eltern haben sich buchstäblich geopfert im Sinne von immer da, immer an der Arbeit, kein Urlaub, keine Freizeit.

00:06:57: Er musste als Kind natürlich schon mithelfen.

00:07:00: Das möchte er niemals machen.

00:07:03: Das sieht man jetzt.

00:07:05: Er hat keine touristische Ausbildung gemacht, er hat das Gymnasium gemacht und dann hat er Betriebswirtschaft studiert.

00:07:15: Und also im ersten, zweiten Semester hat er gesagt, ich will Unternehmer werden.

00:07:21: Warum dann eigentlich nicht den elterlichen Betrieb?

00:07:24: Ich muss es ja nicht so machen wie meine Eltern.

00:07:34: Für mich ist die Kothmühle ein geborgenes Nest, mitten im Mostviertel, wo man sich zurückziehen kann, in Ruhe, um dort neue Energie zu danken.

00:07:47: Das Ressort besteht mittlerweile aus drei Häusern, benannt nach Birne, Apfel und Zwetschge.

00:07:52: Es gibt Zimmer und Zuiten, einen großen Wellnessbereich, Seminarräume.

00:07:56: Und überall kommen die Materialien der Region zum Einsatz, Holz und Eisen.

00:08:00: Frau Scheiblauer zeigt mir einen Tisch und eine Bankschaukel im Seminarbereich, die aus den heimischen Materialien angefertigt sind.

00:08:06: Das Mostviertel besteht ja aus dem milden und wilden Mostviertel.

00:08:10: Das ist zum einen die Moststraße und zum anderen die Eisenstraße.

00:08:15: Und

00:08:16: das ist immer eine tolle Verbindung der Birnentisch aus Birnenholz mit geschmiedeten Eisenfüßen.

00:08:24: Und die Couch wurde einfach auf ein Handgeschmiedetes Eisengestell gebracht, um einen Schaukel herzustellen, eine sehr robuste.

00:08:44: Ein Highlight in der Kothmühle ist auf jeden Fall auch der große Garten mit Naturbadeteich.

00:08:49: Überall, wo man hinschaut, stehen Obstbäume und Sträucher ein Träumchen.

00:08:55: Das eigene Obst wird auch verarbeitet.

00:08:57: Zum Most, eh klar.

00:08:59: Für Engagement zur Haltung der Mostbirnenkultur ist die Familie Scheiblauer sogar zum Mastbaron gekürt worden.

00:09:05: Im Mostviertel ist das ein Big Deal.

00:09:07: Es ist ein fleierliches Ritual.

00:09:11: Man bekommt seine Mastbarontracht, seine Mastbaronhut, das wichtigste Wahrzeichen und wird mit dem Mostheber zum Mastbaron geadelt.

00:09:23: Aber nicht nur den Birnenwein machen die Scheiblauers in der Kothmühle.

00:09:26: Es geht schon noch Hochprozentiger zu.

00:09:28: Frau Scheiblauer-Senior produziert in der eigenen Schnapsbrennerei Edelbrände und Schnäpse.

00:09:34: Und die Scheiblauers haben auch einen Weg gefunden, wie die Gäste das selber machen können.

00:09:37: Das ist eine ganz tolle Innovation.

00:09:41: Es ist eine kleine Tischbrennerei, wo man sozusagen schwarz brennen darf.

00:09:47: Das ist auch gesetzlich erlaubt.

00:09:49: Man darf in kleinsten Mengen. Jeder Österreicher darf

00:09:55: Schnaps brennen, also wir sind ja noch nach dem bäuerlichen Brennrecht nach Maria Theresia, also wir sind nach wie vor noch Bauern und dürfen das bäuerliche Brennrecht nutzen.

00:10:08: und da darf man stark steuerlich vergünstigt eine gewisse Menge brennen, aber nur vom eigenen Obst.

00:10:17: und das ganze haben wir für die Gäste auf den Tisch transferiert.

00:10:20: Das ist eine kleine Brennerei, die wird entzünden.

00:10:23: zu Beginn des Abendessens.

00:10:26: Dann erklären auch die Mitarbeiter über die Mostbirnbäume, dass wir das dichteste Mostbirngebiet Mitteleuropas sind, was alles so dazugehört.

00:10:39: Und dann beginnt der Brennvorgang und das dauert circa eine gute Stunde und beim Dessert kommt dann das selbst gebrannte, Digestif auf den Tisch.

00:10:51: Das ist in einer Stunde, habe ich mir einen eigenen Schnaps gebrannt, während ich was esse?

00:10:55: Ja.

00:10:56: Sounds really nice.

00:10:58: Das klingt nach etwas, das ich sehr gerne machen würde.

00:11:01: Ja, den Rest können sie sich dann in eine Flasche abfüllen und als selbst gebrannt deklarieren, ja.

00:11:09: Ich sage es gleich, da bin ich ganz vorne mit dabei.

00:11:11: Das muss man mich nicht zweimal fragen.

00:11:14: Die Tischbrennerei ist eigentlich auch ein gutes Beispiel dafür, wie die Scheiblauers mit dem, was die Region bietet, umgehen und es weiterentwickeln.

00:11:22: Für die nächsten Jahre haben sie große Pläne für die Kothmühle erzählt, Frau Scheiblauer.

00:11:26: Wir basteln seit zweieinhalb Jahren an einen sehr großen Nachhaltigkeitskonzept, wir wollen.

00:11:33: in Zukunft nahezu Energieautark werden.

00:11:37: Wir wollen die Grundressourcen wie Wasser nutzen mit Regenwasserrückgewinnung.

00:11:45: Wir wollen eine Kläranlage bauen.

00:11:47: Wir wollen das Wasser in der Wäscherei ein zweites Mal wiederverwenden.

00:11:51: Also wir arbeiten gerade an einem sehr großen Projekt, wo wir diese Ziele einen sehr hohen Maßstab... und setzen.

00:12:00: und wir wollen kompostieren, professionell umsetzen.

00:12:06: Wir wollen durch eine pyrolyse Anlage Wärme und Energie gewinnen und mit den Reststoffen, Therapeutern produzieren.

00:12:18: Wir haben ganz viel vor.

00:12:20: Und gibt es da Herausforderungen?

00:12:22: Stoßen Sie manchmal an Ihre Grenzen oder haben Sie das Gefühl, dass Sie an Ihre Grenzen stoßen?

00:12:25: Natürlich.

00:12:26: Es ist so, dass ... Wenn man solche mutigen Schritte wagt, dann ist man immer Pionier.

00:12:32: Das heißt, ich kann mir das von nirgends abschauen.

00:12:35: Ich muss es selbst entwickeln.

00:12:37: Wir müssen aus unserem eigenen Fehler lernen und es verbessern.

00:12:42: Ich kann nicht einfach zum Nachbarn gehen und schauen, wie magst du das?

00:12:47: So setze ich es auch um.

00:12:48: Das funktioniert bei so ambitionierten Projekten nicht so ganz.

00:12:52: Die Innovation ist das eine, aber auch die Tradition hat einen Platz im Haus.

00:12:56: Frau Scheiblauer hat mir zum Beispiel erzählt, dass sie seit Jahrzehnten jedes Jahr mit Familie und Gästen auf die gleiche Art und Weise Weihnachten feiern.

00:13:04: Und das finde ich besonders schön.

00:13:06: Dabei werden nämlich auch die Zimmer gemeinsam ausgeräuchert.

00:13:10: And I love it!

00:13:11: Wir geben Weihrauch, Myrrhe und Rose hinein.

00:13:17: Weihrauch steht für mich für Reinigung, Myrrhe.

00:13:23: Für Versöhnung und Rose, für die Liebe.

00:13:26: Und da gehen wir in jeden Raum des Hauses und erfrischen und erneuern

00:13:33: ihn.

00:13:33: Tradition haben in der Kothmühle auch manche Gäste.

00:13:36: Bei denen ist Gastfreundschaft über die Jahrzehnte zur Lebensfreundschaft geworden.

00:13:40: Meine Familie ist Ineke und Boy Becker.

00:13:43: Wir kommen seit deiner 1973 in die Kothmühle.

00:13:47: Damals noch einen Gashof.

00:13:48: Mittlerweile ist das alles ein schönes, großes Hotel geworden.

00:13:52: Das Paar Ineke und Boy Becker aus den Niederlanden gehörten mittlerweile fast zur Familie.

00:13:57: Seit den frühen Siebzigeren kommen die Beckers jedes Jahr nach Neuhofen und kennen längst den ganzen Ort.

00:14:04: Die waren damals schon sehr ungewöhnlich in den Siebzigerjahren durchs Mostviertel joggen.

00:14:11: Das war irgendwie befremdend.

00:14:13: Kein Mensch ist in den Siebzigerjahren durchs Mostviertel gejogged.

00:14:17: Der Herr Becker schon und hat dadurch die Nachbarschaft.

00:14:22: Die Ortschaft, der ist genauso gut mit den Nachbarn befreundet, mit dem Wirt in Neuhofen.

00:14:30: Er kennt alle.

00:14:32: Er kommt auch zu den runden Geburtstagen.

00:14:34: Das sind Freunde für sie geworden und für uns auch.

00:14:38: Und das ist viel mehr als nur Gastfreundschaft.

00:14:41: Jeden Donnerstag war Heimatabend in der Kothmühle.

00:14:45: Und das war auf der Wiese.

00:14:47: Und das war sehr, sehr gemütlich mit den Schuhplattlern.

00:14:50: und die Holzhacker Buben und so weiter.

00:14:51: Und da kommen viele Leute vom Dorf, natürlich jeden Donnerstag in die Kothmühle.

00:14:57: So kriegst du dann natürlich selber, dass du das Anschluss kriegst.

00:15:00: Damit haben wir eigentlich Freunde gemacht.

00:15:02: Und wir gehen jedes Jahr und besuchen uns bei Freunden jedes Jahr.

00:15:06: Jedes Jahr wurde etwas verbessert, vergrößert und so weiter.

00:15:11: Das ist immer sehr angenehm gewesen.

00:15:14: Die Freundschaft bestätigt übrigens mittlerweile auch in den jüngeren Generationen der Familien weiter.

00:15:19: Die

00:15:19: Kinder von den Scheiblauern, die waren im gleichen wie unsere Kinder, also die spielten zusammen.

00:15:25: Unsere Kinder haben schon Kinder und die freuen sie schon, wenn sie wieder alle nach Neuhofen kommen.

00:15:31: Die Beckers sind beide achtzig Jahre alt, aber

00:15:34: Sobald sie im Mostviertel sind, hält sie das nicht davon ab, wandern zu gehen und die Region zu genießen.

00:15:40: Wir haben immer die Liegestühle dabei,

00:16:03: wenn wir nach Österreich fahren.

00:16:05: Jedes Jahr, wenn die Familie wieder nach Neuhofen gekommen ist, hat sich in der Kothmühle was getan und verändert.

00:16:12: Und trotzdem bleiben die wichtigen Dinge gleich.

00:16:14: Auch das ist also eine Balance zwischen Kontinuität und Überraschung.

00:16:19: Wie kann man Stammgäste immer wieder aufs Neue überraschen?

00:16:21: Wollen die überhaupt überrascht werden?

00:16:23: Was ist eine Überraschung?

00:16:24: Eine Überraschung ist mehr zu bekommen als was man erwartet.

00:16:29: Überraschungen kosten meistens kein Geld.

00:16:32: Überraschungen sind, wenn die Rezeptionistin die Stammgäste erkennt und sie mit den Namen begrüßt.

00:16:42: Eine Überraschung ist, wenn sie aufs Zimmer gehen und das zweite Kissen automatisch bekommen, weil wir wissen, dass sie das gerne hat.

00:16:52: Eine Überraschung ist, dass am Tisch schon eine Flasche Intimus geöffnet ist, weil das ihr Lieblingswein ist.

00:17:00: Das sind die Überraschungen für Stammgäste.

00:17:04: Der Betrieb funktioniert, wie eine Familie, sagt Frau Schaublauer.

00:17:08: Und im Relaxresort Kothmühe ist es ja auch wirklich ein Familienbetrieb.

00:17:12: Und das seit über einem Jahrhundert.

00:17:14: Wenn eine hohe soziale Intelligenz da ist, dann funktioniert das sehr gut.

00:17:19: Was wir nie gemacht haben ist, auf unsere Kinder deinen Druck auszuüben.

00:17:24: Du musst.

00:17:24: Das ist Tradition.

00:17:25: Das gehört sich so.

00:17:27: Das wollen wir.

00:17:29: Wir haben gesagt, wenn ihr nicht wollt, dann ist es okay.

00:17:33: Wir haben eine Lösung.

00:17:34: Wir finden auch eine Lösung, wenn ihr nicht mehr weiter machen wollt.

00:17:37: Aber Spoiler.

00:17:39: Die Juniors wollen eh.

00:17:41: Die nächste Generation hat schon zugesagt.

00:17:45: Schon mittendrin

00:17:46: steht nur dabei?

00:17:47: Ja, aber auch wieder auf moderne Art und Weise.

00:17:52: Unsere Söhne wissen noch nicht, was sie wollen, aber die Schwiegertochter weiß, was sie will.

00:17:57: Und dann sage ich, ja, why not?

00:18:02: Die alte Pendeluhr vor dem Restaurant tickt.

00:18:05: Früher durfte nur der Hausherr sie aufziehen, sagt Frau Scheiblauer.

00:18:09: Heute ist das anders.

00:18:10: Die Zeit vergeht, manches bleibt, vieles ändert sich und das ist gut so.

00:18:19: Sobald man stehen bleibt, verhält man zurück.

00:18:23: Das sehe ich auch an unserer Stammgastfabile.

00:18:26: Die sind mittlerweile über fünfzig Jahre da, aber die sind auch offen für Neues.

00:18:30: Es interessiert auch an Wirtschaft, Politik.

00:18:35: Kultur, das darf alles sein.

00:18:37: Also, man darf niemals glauben, dass das, was man gerade in dem Moment erreicht hat, Zustand für die Zukunft, die Veränderung, das Teil des Lebens.

00:18:50: Das ist so ein schönes Credo, dass ich mir aus Neuhofen an der Ybbs mitnehme.

00:18:54: Plus den Plan, dass ich nächsten April nochmal herkomme und mir die Birnbaumblüte anschaue.

00:18:58: Angeblich die schönste Zeit des Jahres im Mostviertel.

00:19:01: Und dann wird bestimmt doch der ein oder andere Schnaps am Tisch gebrannt.

00:19:05: Kaiserin Maria Theresia hat es ja immerhin verordnet.

00:19:09: Bevor ich mich jetzt schwer an Herzens verabschiede, bleiben wir noch kurz im Mostviertel.

00:19:13: Christiane Scheiblauer hat mir Tipps gegeben, was man hier in der Gegend unbedingt machen sollte.

00:19:20: Selected Secrets.

00:19:21: Tipps aus der Region.

00:19:24: Wenn man im Mostviertel ist, dann bitte auf jeden Fall Wanderschuhe mitnehmen und sie auch benutzen.

00:19:30: Die Gegend ist wunderschön zum Wandern.

00:19:32: Es gibt beeindruckende Felswände, Höhlen, Wasserfälle und einen atemberaubenden Panoramablick.

00:19:39: Christiane Scheiblauer empfiehlt eine Wanderung auf dem Prochenberg.

00:19:42: Gute zwanzig Kilometer von der Kothmühle entfernt.

00:19:45: Der Gipfel vom Prochenberg ist auf tausend einhundert Metern Höhe.

00:19:49: Und die Wanderung ist nicht ganz einfach.

00:19:51: Man sollte also schon einigermaßen fit und gut ausgerüstet sein.

00:19:54: Wer es bis Rauf schafft, kann sich Stil echt ins Gipfelbuch eintragen.

00:19:58: Am Rückweg, sagt Christiane Scheiblauer, sollte man unbedingt die Schmiedemeile in Ybbsitz mitnehmen.

00:20:04: Das ist eine Art Erlebniswanderweg, auf dem man wunderschöne Eisenkunst aus der Region sehen kann.

00:20:09: Und dann, eh klar, muss man natürlich auch Most trinken, wenn man schon im Mostviertel ist.

00:20:14: Ohne geht's quasi nicht.

00:20:16: Das kann man dort an vielen Orten machen.

00:20:18: Aber Frau Scheiblauer's besonderer Tipp ist die Mosttastingtour mit eigenem Chauffeur.

00:20:24: Der bringt einen zu ausgewählten Betrieben, die alle zum Mostbaron gekürt worden sind.

00:20:28: Und dort kann man dann Moste, Säfte und Edelbrände verkosten und sich vieles darüber erzählen lassen, damit man sich dann auch wirklich auskennt und in Zukunft mitreden kann.

00:20:38: Alle Infos zu Christiane Scheiblauer's Tipps findet ihr in den Show Notes.

00:20:45: Das waren die Urlaubsgeschichten zum Bleiben.

00:20:48: Heute mit Christiane Scheiblauer und dem Relaxressort Kothmühle in Neuhofen der Ybbs.

00:20:53: Ich bin Cristl Clear.

00:20:54: Und ich freue mich darauf, auch in der nächsten Folge wieder einen besonderen Ort, nämlich einen der Selected Stays in Niederösterreich kennenzulernen.

00:21:02: Wenn euch der Podcast gefallen hat, dann abonniert uns gern.

00:21:05: Wir freuen uns natürlich auch über Feedback oder über Bewertungen in eurer Podcast-App.

00:21:10: Und teilt den Podcast mit allen, die auch mal raus aus dem Alltag wollen oder müssen und einen schönen Ort dafür suchen.

00:21:16: Danke fürs Zuhören und alles Liebe!

00:21:35: Dieser Podcast wurde produziert von OH WOW

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